piwik no script img

Armenien: Offensive für beendet erklärt

■ Ausländische Beobachter eingeladen

Moskau (AP/dpa) – Die in Aserbaidschan kämpfenden armenischen Verbände haben gestern einseitig die Einstellung ihrer Offensive erklärt. Wie die Nachrichtenagenturen ITAR-Tass und Interfax berichteten, haben die Kommandeure der sogenannten Selbstverteidigungsstreitkräfte von Berg-Karabach ihren Truppen befohlen, ihre Waffen schweigen zu lassen. Unabhängige Beobachter seien eingeladen worden, die Einhaltung dieser Maßnahme zu überwachen, hieß es weiter. Anlaß sei ein Angebot des russischen präsidenten Boris Jelzin, in dem Konflikt zu vermitteln.

Zunächst war nicht klar, welche unmittelbaren Auswirkungen die Maßnahme haben werde, da ähnliche einseitige Feuerpausen in der Vergangenheit meist nicht lange eingehalten worden sind. Aserbaidschan hatte die Weltgemeinschaft zuvor aufgerufen, die Armenier zur Einstellung ihrer Offensive zu veranlassen. Auch die mit Baku befreundete türkische Regierung hatte dies von Armenien gefordert. Am Donnerstag hatte UNO- Generalsekretär Butros Ghali von Armenien und Aserbaidschan die Aufnahme von Verhandlungen verlangt. Er wies in seinem Appell weder Armenien noch Aserbaidschan die Verantwortung für die Kämpfe zu. Er könne auch nicht bestätigen, daß die armenischen Regierungstruppen in die Kämpfe verwickelt seien, sagte er.

Im Gegensatz zu den armenischen Meldungen über ein Ende der Kämpfe teilte das Verteidigungsministerium von Aserbaidschan gestern mit, bei Angriffen gegnerischer Einheiten auf die Bezirke Fisuli, Agdam, Sangelan und Kubatly seien zwei Menschen getötet und 15 verletzt worden.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen