Studie über Gestapo Bremen „ Die Bereitschaft zur Denunziation war generell groß“ Die Gestapo rekrutierte in Bremen Personal und Zuträger*innen aus der Mitte der Gesellschaft. Wie sie funktionierte, hat Anna Leinen erforscht. Interview von Petra Schellen 27.7.2026
Eintritt für den Kölner Dom Siehe, wie andächtig und ruhig es da ist Seit Anfang Juli muss, wer in den Kölner Dom hinein will, Eintritt zahlen. Diese umstrittene Maßnahme hat mit dem ehrfurchtsvollen Ort etwas gemacht. Von Petra Schellen 27.7.2026
Literaturpreis für Graswurzel-Lyrik Die Poesie des Lieferfahrers Der chinesische Essenslieferant Wang Jibing erhält für seine Gedichte den renommierten chinesischen Lu-Xun-Literaturpreis. Das ist ein echtes Novum. Von Petra Schellen 21.7.2026
Osloer Mahnmal für Attentat-Opfer Das Grauen unter der Oberfläche In Oslo ist eine Mosaikwand enthüllt worden, die der Opfer des rechtsextremen Attentats von 2011 gedenkt. Es ist der Versuch einer Wiederaneignung. Von Petra Schellen 20.7.2026
die ortsbegehung Bei dieser Orgel geht es ohne Pomp Der Schriftsteller Hans Henny Jahnn hat auch Orgeln gebaut. Seine größte erhaltene in Hamburg in einer Schule hätten in den 1920ern Deutschnationale fast noch verhindert Von Petra Schellen Ausgabe vom 18.7.2026, Seite 46, stadtland Download (PDF)
Kuratorin über koloniale Fotos „In Peru ist das Interesse an Wiederaneignung groß“ Hamburgs ethnologisches Museum MARKK sucht in der Schau „Bilderechos aus Peru“ auf Fotos auch nach Hinweisen auf vorkoloniale queere Praktiken. Interview von Petra Schellen 29.6.2026
Häufig den Beruf wechseln „Man kann sein Leben nicht planen“ Eberhard Michaely hat schon vieles gemacht: Er war Musiker, betrieb einen Spielwarenladen, jetzt ist er Busfahrer in Hamburg. Und schreibt nebenbei Krimis. Interview von Petra Schellen 22.6.2026
Puppenspielerin übers Strippenziehen „Eine Hierarchie der Manipulation“ Sara Angius will mit ihrem Puppentheaterstück „Sabotage“ in Braunschweig Abhängigkeiten offen legen. Dahinter steht die Frage nach dem freien Willen. Interview von Petra Schellen 12.6.2026
Neue Ethik bei Foto-Triennale Hamburg Als die Haarlocke der Mumie in der Elbe versank Hamburgs 9. Triennale der Photographie macht in 11 Ausstellungen das Foto zum Medium kultureller Wiedergutmachung – und fordert eine neue Ethik des Altruismus. Von Petra Schellen 10.6.2026
Kunstprojekt blickt auf NSU-Terror „Die Aufklärung ist zumindest lückenhaft“ Katharina Kohls Projekt „Gedächtnislücken#revisited“ beleuchtet die NSU-Aufarbeitung. Ganz geklärt sind die zehn rassistischen Morde bis heute nicht. Interview von Petra Schellen 2.6.2026
Kampf gegen Genitalverstümmelung „Ich war ja schon immer die Rebellin der Familie“ Binta Bah, die aus Gambia vor Frühehe und Beschneidung floh, hat in Bremen den Verein Lundu gegründet, um betroffenen Frauen zu helfen. Interview von Petra Schellen 7.6.2026
Schwarze Autorin über die Nachkriegszeit „Ich wurde regelmäßig auf der Straße beschimpft“ Marion Kraft wuchs als Schwarzes Kind im rassistischen Nachkriegsdeutschland auf. Jetzt liegt ihr biografisch inspiriertes Romandebüt vor. Interview von Petra Schellen 20.5.2026
Chronist über HSV in der NS-Zeit „Fast alle HSV-Funktionäre waren in der NSDAP“ Der HSV hat sich dem NS-Regime gern angedient. Werner Skrentnys neues Buch „Die Raute unterm Hakenkreuz“ bietet auch bislang unbekannte Geschichten. Interview von Petra Schellen 3.5.2026
Stadtarchiv Köln Die offene Wunde in der Stadt Seit das Stadtarchiv vor 17 Jahren beim U-Bahn-Bau einstürzte, klafft in Köln eine Lücke. Die Restaurierung der Archivalien wird noch lange dauern. Von Petra Schellen 26.4.2026
Schau über eine frühe Frauenkunstschule Frauen am Rande der Wahrnehmung Eine Ausstellung in Stade erinnert an eine frühe private Kunstschule für Frauen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichte sie professionelle Ausbildung. Von Petra Schellen 22.4.2026
Neuer Chef des Alfred-Wegener-Instituts Auf Augenhöhe mit Alaskas Native Tribes Polarforscher Hajo Eicken ist nach 30 Jahren in Alaska neuer Leiter des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts. Er setzt auf Interdisziplinarität. Von Petra Schellen 21.4.2026
Philosophin über Verletzlichkeit „Der Gewaltbegriff hat sich enorm erweitert“ Seit Traumatisierbarkeit und Verletzbarkeit den Diskurs prägen, wächst die Cancel Culture. Aber auch die fruchtbare Selbstermächtigung von Opfern. Interview von Petra Schellen 20.4.2026
Historiker über NS-Todesmärsche „Eins der größten Verbrechen der NS-Endphase“ Anfang 1945 wurden KZ-Häftlinge auf „Todesmärsche“ gezwungen. In Schleswig-Holstein führten sie zur „Cap Arcona“, die durch britische Bomber sank. Interview von Petra Schellen 13.4.2026
Sterbebegleiterin über Spiritualität „Wichtig ist, dass man die Stille aushält“ Die Initiative „Your Rime-Care“ will bundesweit spirituelle Sterbebegleitung koordinieren. Sie ist buddhistisch orientiert und konfessionsoffen. Interview von Petra Schellen 8.4.2026
Forscher über museale Erwerbspraktiken „Die Kolonisierten wurden eingeschüchtert“ Erpressung war gang und gäbe: Provenienzforscher Aziz Sandja ergründet, wie in der Kolonialzeit rituelle Objekte in europäische Museen kamen. Interview von Petra Schellen 7.4.2026