brief des tages:
Esperanto für die EU
„Wir verstehen uns“, taz vom 25. 5. 19
Nach zwei Wochen Bildungsreise las ich den Artikel mit Spannung. Aber ich war enttäuscht. Ich war gerade bei einem Esperantokongress in Münster. 150 Leute, jugendlich bis hochbetagt, international. Hauptsprache? Logisch – Esperanto! Plena, Vorträge, Ausflüge, Diskussionen, Konzerte, Partys – alles in der internationalen Sprache.
Esperanto-Jugend, Esperanto-Eisenbahner, Esperanto-Lehrerinnen, Esperanto-Journalisten, Esperanto-Grüne, Esperanto-Kommunisten, Esperanto-Katholiken – es gibt zig Gruppen und überall Kongresse, Treffen, Camps. Die Angebote sind so riesig, dass ich zwei Jahre Urlaub nehmen müsste, um die größeren Treffen in und um Deutschland herum alle besuchen zu können. Es gibt kaum Kommunikation unter den Bürgern Europas. „Normale“ Bürgerinnen wissen nicht, was die Leute in 400 oder 500 Kilometer Entfernung diskutieren. Was bewegt die Menschen in Bulgarien, Rumänien und Tschechien? Was geht ab in Portugal, Andorra und im Baskenland? Keinen blassen Schimmer! Vom Übersetzungschaos im EU-Parlament ganz zu schweigen! Esperanto ist nicht gescheitert, es ist nötig für die europäische Kommunikation. Hartmut Koblischke, Magdeburg
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