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Sonntagnacht auf meiner Gasse

Sonntagnacht auf meiner Gasse

Der Große Bär steht über unserm Hof.

Im Nachbarhaus rumort Soldatenschwof.

Die Schenkentüren fallen lärmend zu.

Ein Pferd will heim und findet keine Ruh.

Eintönig winselt eine Katze. Stolz

Poltert ein Krüppel mit dem Bein aus Holz.

Ein Mann und eine Frau sind handgemein.

Zwei Fleischer schlagen sich die Schädel ein.

Aus Fernen hallt der Wächter schriller Pfiff —

Die Nacht schwimmt reglos wie ein Totenschiff.

Max Herrmann-Neisse, aus: 131 expressionistische

Gedichte, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1976

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