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■ Linsen SouffléKampf der Giganten

Dieser Sommer wird heiß, heiß, heiß! Angestachelt durch das beste US-Kinofrühjahr aller Zeiten, fahren die Majors jetzt schwere Geschütze auf, um auf dem Schlachtfeld der traditionell umsatzstärksten Kinosaison die meisten Eintrittskarten abzuschießen. Die Waffen sind beeindruckend: Knapp 60 Filme, darunter ein Dutzend mit Budgets jenseits der 50-Millionen-Dollar-Marke werden ins Feld geführt. Dabei kommt es besonders aufs Timing an, denn das Überangebot an Mega-Produktionen bereitet den Studios bereits im Vorfeld Kopfzerbrechen. Den Filmen bleibt immer weniger Zeit, Kohle zu machen. Wer am ersten Wochenende nicht überzeugend startet, dem wird am nächsten bereits vom neuen Kandidaten der Garaus gemacht. Also lauert alles auf die Starttermine des gegnerischen Studios. Die Starts werden so spät wie möglich bekanntgegeben und kurzfristig geändert. Außerdem kommt in diesem Sommer ein nicht zu unterschätzender Gegner dazu: Vom 21.7. bis 7.8. findet in Atlanta die Olympiade statt.

Trotzdem, in Hollywood ist der Opitimismus grenzenlos. Glaubt man den US-Marktanalysen, dann sind es in diesem Sommer drei Filme, die jeder unbedingt sehen will: Jan De Bonts „Twister“ (Spezialeffekte-Feuerwerk über eine Gruppe Wissenschaftler, die im Auge des Hurrikans Wirbelstürme erforschen); Brian De Palmas Fernsehserien- Adaption „Mission Imposible“ mit dem anscheinend unverwüstlichen Tom Cruise und Roland Emmerichs Alien-Invasion „Independence Day“. An diesem Action-Trio werden sich die anderen Blockbuster-Kandidaten messen müssen, als da sind: „Eraser“ mit Arnie Schwarzenegger in der gewohnten Rolle des Ballermanns; Knautschzone Jim Carrey als „The Cable Guy“; das Ritterspektakel „Dragonheart“ mit Sean Connery, dessen Gesicht mittels Computer auf einen Lindwurm projiziert wird; „The Rock“, die „Die Hard“-Variante auf Alcatraz, ebenfalls mit Connery und Nicolas Cage; „Striptease“ mit Demi Moore als Entblätterungskünstlerin; Joel Schumachers zweite John-Grisham- Verfilmung „A Time to Kill“; Tony Scotts „The Fan“ mit Robert De Niro als psychopathischem Baseballfan; die Golfkomödie „Tin Cup“ mit Kevin Costner; John Carpenters Klapperschlangen-Fortsetzung „Escape from L.A.“; in „Kingpin“, einer „Bowling-Komödie im Amish- Milieu“, geraten Dennis Quaid und Woody Harrelson aneinander; Walter Hills „Last Man Standing“ mit Bruce Willis; Eddie Murphy macht sich mit „The Nutty Professor“ (ein Remake der Jerry-Lewis-Komödie) Hoffnungen auf ein Comeback; und Leslie Nielsen spielt in „Spy Hard“ wieder den Gagamann.

Das war nur eine kleine Auswahl der zu erwartenden Ereignisse. Nicht vergessen wollen wir aber „Courage Under Fire“, in dem sich Hollywood erstmals mit dem Irakkrieg auseinandersetzt und die Sympathieträger Denzel Washington und Meg Ryan als Zugpferde einsetzt. Außerdem gibt's natürlich einen neuen Zeichentrickfilm von Disney („Der Glöckner von Notre-Dame“). Wer jetzt glaubt, daß nun ja wohl das Ende der Hollywood-Gigantomanie erreicht sei, wird enttäuscht. Es geht munter weiter mit dem Größer-lauter-schriller- teurer-Wahnsinn. Ein Beispiel: Action-Regisseur John McTiernan macht sich gerade an die Arbeit für „Nimitz Class“. Der Thriller spielt auf einem Flugzeugträger, dem ein nuklearer Angriff bevorsteht. Karl Wegmann

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