■ Arbeitgeber: 630-Mark-Gesetz stoppen: Hundt fordert Gesamtkonzept für Niedriglöhne
Bonn (AP/AFP) – Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Bundesregierung aufgefordert, den Bereich niedrigbezahlter Arbeiten durch eine Gesamtkonzeption zu erschließen und als ersten Schritt die Neuregelung bei den 630-Mark-Jobs sofort zu stoppen.
Hundt sprach sich auch gegen das von Kanzleramtsminister Bodo Hombach favorisierte Modell zur Subventionierung von Löhnen unter 1.500 Mark aus. Der vom Gesellschaftsforscher Streeck entwickelte Plan sei „nicht finanzierbar und untauglich“, meinte Hundt, da dies zu massiven Mitnahmeeffekten verleite.
Unterdessen hat Bundesarbeitsminister Walter Riester angekündigt, Pläne zur Änderung des 630-Mark-Gesetzes mit seinen Kollegen aus der SPD-Fraktion zu beraten, wie das Handelsblatt berichtete. Die FDP plant eine Bundesratsinitiative gegen die umstrittene Neuregelung der 630-Mark-Jobs, wenn Rot-Grün das Gesetz nicht korrigiert. Sie wolle über ein Bundesland, in dem sie mitregiert, die Initiative ergreifen, wie FDP-Chef Wolfgang Gerhardt gestern nach einer Präsidiumssitzung mitteilte.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen