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Anti-Atom-Bewegung ohne Grenzen

■ Reaktorminister Töpfer wird heute am AKW-Bauplatz Stendal gebührend begrüßt

Berlin (taz) - Die Anti-AKW-Bewegung macht erste gesamtdeutsche Gehversuche. Zum heutigen Besuch von Bundesreaktorminister Klaus Töpfer auf der AKW-Großbaustelle in Stendal wollen AKW-Gegner aus der DDR die Baustellenzufahrten blockieren und hoffen dabei auf direkte Unterstützung der bundesdeutschen AKW-Gegner. Der Protest, an dem sich die Grüne Liga und Mitglieder des Neuen Forums in Stendal beteiligen wollen, richtet sich insbesondere gegen Pläne der westdeutschen Atomindustrie, den stockenden Ausbau der Atomenergie in der DDR auf Trab zu bringen. Auf der ersten deutsch-deutschen Anti-AKW-Konferenz in Gedelitz (Lüchow-Dannenberg) erklärte am Wochenende Dirk Fritsche von der Grünen Partei der DDR, man wolle dem BRD-Reaktorminister auf den Weg geben, daß die Milliardeninvestitionen besser in Maßnahmen zur rationellen Energienutzung und zur Rauchgasentgiftung der Braunkohlekraftwerke genutzt werden sollten.

Nach den Worten des Lüchow-Dannenberger BI-Sprechers Wolfgang Ehmke sollen die DDR-Aktivisten künftig „viel offensiver“ als bisher unterstützt werden, um der „nuklearen Kolonisierung“ paroli bieten zu können. Dabei dürfe man die aktuellen Entwicklungen im Wendland jedoch nicht aus den Augen verlieren. Deshalb wird in einer Doppelaktion zunächst am 3.Februar grenzüberschreitend gegen das geplante Atommüllzentrum in Gorleben demonstriert und eine Woche später (am 11. Februar) gegen die Atomzentrale Stendal nördlich von Magdeburg.

Die Anti-AKW-Konferenz in Gedelitz bekräftigte erneut, das Gelände der in Gorleben geplanten Pilotkonditionierungsanlage (PKA) für abgebrannte, hochradioaktive Brennelemente werde vor dem Baubeginn besetzt. Der Aufruf zur Platzbesetzung wurde gemeinsam mit den Texten zur Demonstration am 3. Februar bundesweit verschickt. Die PKA-Baugenehmigung stehe „unmittelbar bevor“.

Gero

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