Anschlag in Kabul: Bombe trifft willige Wähler
Ein Selbstmordattentäter hat in der afghanischen Hauptstadt mindestens 50 Menschen getötet, die sich für die Wahl im Oktober registrieren wollten.
afp/dpa | Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Zentrum zur Wählerregistrierung sind in Kabul am Sonntag mindestens 50 Menschen getötet worden. Über 100 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in der afghanischen Hauptstadt am Sonntag mit. Der Anschlag wurde in einem mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil im Westen der Stadt verübt.
Nach Angaben des Polizeichefs von Kabul, Dawood Amin, zündete der Attentäter am Eingang des Zentrums inmitten einer Menschenmenge Sprengsätze. In dem Ausgabezentrum können Bürger Ausweise beantragen, die sie für die Teilnahme an Parlaments- und Provinzwahlen im Oktober benötigen. Landesweit gibt es 7.000 solcher Zentren.
Afghanistan will am 20. Oktober die seit drei Jahren überfällige Parlamentswahl nachholen. Die Abstimmung sollte ursprünglich schon 2015 stattfinden, wurde aber wegen Sicherheitsbedenken und logistischen Problemen immer wieder verschoben. Die Wahl gilt als Generalprobe für die Präsidentenwahl, die im April 2019 stattfinden soll.
Die Behörden rechnen damit, dass neben den radikalislamischen Taliban und der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) auch örtliche Anführer und Milizen versuchen werden, die Abstimmung zu stören.
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