: Angst vorm Ayatollah
■ „Satanische Verse“ unterm Frankfurter Buchmessentisch
Frankfurt (dpa) - Mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagierten die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse auf die Morddrohung, die islamische Fundamentalisten schon vor Monaten gegen Salman Rushdie, den Autor der „Satanischen Verse“, ausgesprochen und immer noch nicht zurückgenommen haben. Zu den erstmals seit Jahren erhöhten Sicherheitsmaßnahmen auf der Buchmesse gehören Taschenkontrollen, Überprüfung der Fahrzeuge an den Messetoren und eine auffallend starke Präsenz uniformierter Polizisten.
Große Tageszeitungen in der Bundesrepublik haben offenbar mit Rücksicht auf ihre Mitarbeiter im Vorfeld der Messe auf geplante Werbeanzeigen für den Rushdie-Roman verzichtet. Die deutschsprachige Ausgabe der „Verse“ wird nach Absprache eines Pools von etwa 70 Verlagen auf der Messe nicht ausgestellt. Demgegenüber haben sich vereinzelt ausländische Verleger entschieden, den Titel zu zeigen. Einer von ihnen meinte, sein Verlag trage das Risiko und wolle durchaus als Herausgeber des Buches identifiziert werden. Die meisten der Aussteller aus Europa und Übersee, die das umstrittene Buch bereits seit längerem im Programm haben, verzichteten auf die Präsentation des Romans zur Buchmesse.
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