: Angolas Regierungstruppen machen Unita nieder
■ Abkommen über Waffenstillstand gebrochen
Luanda (AP/AFP) – Ungeachtet einer zwischen den Streitkräften und der Rebellenbewegung Unita vereinbarten Waffenruhe ist es gestern in Angola erneut zu Kämpfen gekommen. Stunden nach Inkrafttreten der von Vertretern der Vereinten Nationen vermittelten Feuerpause um 00.01 Uhr waren in der Umgebung der Hauptstadt Luanda wieder Schüsse zu hören.
Gleichwohl war die Intensität der Kämpfe geringer als am Wochenende. Der Flughafen von Luanda konnte ebenfalls wieder geöffnet werden, um Ausländer zu evakuieren. Am Sonntag hatten Polizisten in der Hauptstadt drei Portugiesen erschossen, die sie für flüchtende Unita- Rebellen gehalten hatten.
Zivilisten plünderten derweil in Luanda Gebäude, die von den Unita-Rebellen genutzt wurden. Regierungstruppen hatten zuvor einen Angriff auf die Stützpunkte der Unita geführt und unter anderem das Hotel „Turismo“, die Residenz des Unita- Führers Jonas Savimbi, unter Feuer genommen und gestürmt. Der portugiesische Rundfunksender TSF meldete, daß es Savimbi gelang, in sein Hauptquartier in Jamba zu flüchten. Der außenpolitische Sprecher der Unita, Abel Chivukuvuku, sei hingegen schwer verwundet worden und werde in einem Militärkrankenhaus behandelt. Andere Unita-Führer sind ebenfalls von Regierungstruppen getötet, verwundet oder gefangengenommen worden. Die Regierung wollte zu diesen Berichten nicht Stellung nehmen.
Der Waffenstillstand war unter Vermittlung der Vereinten Nationen ausgehandelt worden und sollte am Montag um null Uhr in Kraft treten. Wie der UNO- Sprecher, Joe Sills, am Sonntag abend mitteilte, müssen die Einzelheiten des Abkommens noch ausgehandelt werden. Die portugiesische Nachrichtenagentur LUSA meldete, daß bei den Kampfen am Wochenende mehr als tausend Menschen zu Tode kamen.
In Luanda waren Regierungstruppen am Sonntag massiv gegen Einheiten der rechtsgerichteten Unita vorgegangen. Diese hatte mit ihrer Weigerung, die Ergebnisse der Parlaments- und Präsidentenwahlen von Ende September anzuerkennen, das erneute Aufflackern des Bürgerkrieges heraufbeschworen.
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