An der Klagemauer in Jerusalem: Jüdischer Besucher erschossen
Ein jüdischer Besucher ruft an der Klagemauer „Allahu Akbar“. Ein Sicherheitsmann hält ihn für einen arabischen Attentäter und erschießt ihn.
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TEL AVIV dpa/afp | Ein Wachmann hat einen Juden an der Klagemauer in Jerusalem für einen gewaltbereiten Araber gehalten und deshalb erschossen. Das Opfer habe in der Nähe der Toiletten „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen und in eine Tasche gegriffen, sagte der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld, am Freitag auf Anfrage.
Daraufhin habe der Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes das Feuer eröffnet. Der Vorfall ereignete sich um 08.00 Uhr, als sich an der heiligen Stätte in der Jerusalemer Altstadt zahlreiche jüdische Gläubige für das Morgengebet versammelten. Am Abend beginnt der Sabbat.
„Er hat sich immer merkwürdig verhalten. Jeder kennt ihn. Er hat auch einmal behauptet, er sei nun Muslim geworden. Ich denke, der Wachmann kannte ihn nicht“, zitierte die Online-Ausgabe der Zeitung Jediot Achronot einen Gläubigen, der regelmäßig an der Klagemauer betet.
Viele palästinensische Selbstmordattentäter in Israel haben unmittelbar vor der Zündung ihrer Bombengürtel „Allahu Akbar“ ausgerufen. Außerhalb religiöser Veranstaltungen gilt diese Formel deshalb in Israel als aus Ausdruck höchster Gefahr.
„Allahu Akbar“ ist auch ein Schlachtruf, beispielsweise von Rebellen im syrischen Bürgerkrieg. Aber Muslime benutzen die Glaubensformel auch vor dem Gebet oder bei passender Gelegenheit im Alltagsleben.
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