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Amos Oz: „Das Böse lauert im Innern“

■ Friedenspreis für israelischen Autor

Frankfurt/Main (dpa) — Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. In der Verleihungsurkunde wird auch der Kampf des Mitbegründers der Friedensbewegung „Peace Now“ gegen Fanatismus, Gewalt und Gleichgültigkeit gewürdigt.

Bei der Entgegennahme des Preises ging Oz auf den wieder aufgeflammten Antisemitismus und die Ausländerfeindlichkeit in der Bundesrepublik ein. Der Brandanschlag auf die Gedenkstätte Sachsenhausen sollte wohl darauf zielen, die „entsetzliche Vergangenheit“ Deutschlands auszulöschen. Die Vergangenheit, die deutsche und die jüdische, könne aber nicht verbrennen. „In Gefahr, Feuer zu fangen, sind Deutschlands Gegenwart und Zukunft.“ Die Deutschen seien heute mit der unabweisbaren Herausforderung konfrontiert, sich selbst gegen „gewalttätigen Rassismus und Gleichgültigkeit“ zu verteidigen. Man müsse fragen: „Wo sind alle jene vielen Menschen, die auf die Straße gehen, um dieses Land zu verteidigen?“

Auschwitz kann den Lebenden nach Ansicht von Oz die Existenz des Bösen vermitteln. „Das Böse ist nicht etwa ,da draußen‘ — es lauert im Inneren, manchmal listigerweise hinter der Maske der Hingabe oder des Idealismus.“

In seiner Dankesrede geißelte der Friedensaktivist die Aggression und nicht den Krieg als äußerstes Übel. Er habe zweimal das „schreckliche Antlitz“ des Krieges gesehen und sei überzeugt, daß man Aggression niemals mit Nachgeben aus der Welt schaffen könne. Nur das Leben und die Freiheit könnten den bewaffneten Kampf rechtfertigen.

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