: Altar und Tränengas
■ Nordkorea spricht bald mit den USA
Washington/Seoul (AFP) – Nordkorea will in der kommenden Woche mit den USA in New York über einen Termin für die Wiederaufnahme der Genfer Atomgespräche verhandeln. Die USA hätten eine entsprechende Einladung erhalten, teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Michael McCurry, am Donnerstag in Washington mit. Die Verhandlungen hatten erst am Freitag vergangener Woche nach einjähriger Unterbrechung wieder begonnen und waren ausgesetzt worden, nachdem der Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Il Sung bekannt wurde.
Unterdessen gingen in der südkoreanischen Stadt Kwangju Polizisten mit Tränengas gegen eine Trauerkundgebung radikaler Studenten für den verstorbenen Staatschef vor, der morgen beigesetzt werden soll. Dabei zerstörten die Polizisten Fernsehberichten zufolge einen zu Ehren von Kim Il Sung errichteten „Altar“ und nahmen 20 Personen fest. Außerdem erließen sie Fahndungsbefehle für rund 100 Studentenaktivisten.
Radikale Studentenführer hielten bei Kundgebungen in Seoul an ihrer Absicht fest, sich über das Verbot der Regierung hinwegzusetzen und eine Delegation zur Beerdigung Kim Il Sungs zu entsenden. Die südkoreanische Regierung hatte ein Angebot des Nordens, Trauergäste einreisen zu lassen, abgelehnt.
Die US-Regierung hat ihren Vertretern jegliche Beileidsbekundungen zum Tod Kim Il Sungs verboten, sagte gestern ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums in Seoul.
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