piwik no script img

Alle gegen Nordkorea

■ Kein Ende des Atomstreits in Sicht / USA, Japan und Südkorea für Sanktion

Washington/Tokio (AFP) – Im Atomstreit mit Nordkorea hat sich der internationale Druck auf die Regierung in Pjöngjang verstärkt. Die USA, Japan und Südkorea sprachen sich nach der gescheiterten Kontrollmission der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) am Wochenende für dringende Maßnahmen gegen Nordkorea aus, darunter auch Sanktionen. Offen ist nach wie vor das Verhalten der Volksrepublik China, die mit einem Veto im UN- Sicherheitsrat eine Resolution verhindern könnte.

Unterdessen drohte die Führung Nordkoreas erneut damit, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszusteigen, wenn das Land weiterhin zur Inspektion seiner Atomanlagen gezwungen werden solle. In einer amtlichen Zeitung hieß es, Nordkorea werde seine „unabhängige Atomindustrie“ weiter ausbauen. In Pjöngjang bereitet man sich offenbar auf Wirtschaftssanktionen vor. Über Hongkong wurden große Mengen Reis, Zucker und Getreide bestellt.

Zum Ende zweitägiger Beratungen in Washington erklärten die Delegationen der USA, Japans und Nordkoreas am Samstag abend: „Die Situation verlangt, daß die internationale Staatengemeinschaft über den UN-Sicherheitsrat schnell eine angemessene Antwort erwägt, darunter auch Sanktionen.“

IAEO-Direktor Hans Blix hatte den Vertretern der 15 Mitgliedsstaaten im UN-Sicherheitsrat bestätigt, daß die IAEO aufgrund des beschleunigten Brennstabwechsels in der Anlage Yongbyon nicht feststellen konnte, ob Nordkorea Plutonium für den Bau von Atomwaffen abgezweigt habe. US-Präsident Bill Clinton bezeichnete am Samstag Beratungen des UN-Sicherheitsrates über Sanktionen als „praktisch zwingend“. Er wies gleichzeitig nordkoreanische Drohungen zurück, wonach Sanktionen als „Kriegserklärung“ gewertet wurden. Die nordkoreanische Führung hatte die USA und Südkorea der „Kriegstreiberei“ beschuldigt.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen