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Algerien schließt Grenze zu Marokko

■ Beide Staaten führen Visumzwang wieder ein

Algier/Rabat (dpa) – Zwischen den beiden Maghreb-Staaten Algerien und Marokko ist es zu einem offenen Streit gekommen. Algerien beschloß am Samstag die „zeitweilige Schließung der Landgrenze“ zu Marokko und verlangt jetzt auch von den Bürgern des Nachbarstaates ein Visum, nachdem die Regierung in Rabat dies am Freitag für alle Algerier und Menschen algerischer Abstammung angeordnet hatte.

Auslöser dieses Streites zwischen den beiden Ländern ist ein Raubüberfall vom vergangenen Mittwoch auf ein Hotel in Marrakesch, bei dem zwei Spanier erschossen worden waren. Das marokkanische Innenministerium hatte einen Algerier und einen Marokkaner, die in Fez verhaftet wurden, dafür verantwortlich gemacht. Sie gehörten zu einer „bewaffneten Gruppe“, die weitere Anschläge geplant habe, hieß es.

Gestern wurden von der Grenze bereits erhebliche Staus gemeldet, da im Sommer Zehntausende von Algeriern, die in Westeuropa beschäftigt sind, Marokko durchqueren, um im Urlaub mit dem Auto die Heimat zu erreichen. Die algerische Fluggesellschaft kündigte Sonderflüge von Casablanca an, um Landsleute zurückzuholen. Der Visumzwang gilt in Marokko auch für die Algerier, die sich in den letzten Monaten zu Tausenden aus Furcht vor Anschlägen ins Nachbarland geflüchtet haben.

Die Beziehungen zwischen Marokko und Algerien, die beide die Vorherrschaft im Maghreb anstreben, hatten sich seit Gründung der Union des Arabischen Maghreb (UMA) 1989 vordergründig normalisiert. Der Visumzwang wurde damals abgeschafft. Marokko, das am stärksten westlich orientierte Maghreb-Land, befürchtet, in die algerische Auseinandersetzung mit radikalen Islamisten hineingezogen zu werden.

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