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Afrobeatlegende Tony Allen ist tot

Poly­rhythmisch: Tony Allen Foto: Ennio Leanza/dpa

Hocketing wird die Technik des polyrhythmischen Trommelns genannt: Gegenläufige Rhythmen fusionieren zum treibenden Beat. Als Jugendlicher hatte der nigerianische Drummer Tony Allen seinen US-Jazzkollegen Max Roach gehört und dessen Stil mit Mambo- und Highlife-Elementen seinem Temperament angeglichen. Von 1967 bis 1979 war er Mitglied in Fela Kutis Ensemble, seither veröffentlichte Allen als Bandleader Alben. Was auf ihn einprasselte, reicht für sieben Leben: Flucht vor den Machthabern nach Ghana 1968, chaotische US-Tourneen, zeitweilige Rückkehr nach Lagos, Emi­gra­tion nach Paris 1983. Armut in Frankreich, wo er als Flüchtling nur geduldet war, bis zur Wiederentdeckung auf dem Dancefloor Ende der Neunziger und Mitwirkung an Damon Albarns Projekt The Good, the Bad & the Queen. Bis zuletzt blieb Tony Allen ein Afrobeat-Solitär. Am Donnerstag ist er in Paris 79-jährig an einem Aneurysma gestorben. Julian Weber

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