AfD und Russland-Verbindungen: Reisen in Separatistengebiete
Ein mutmaßlicher Spion des russischen Geheimdienstes soll Wahlbeobachtungsreisen für AfD-Abgeordnete organisiert haben. Das berichten mehrere Medien.
afp/taz | Mehrere Politiker der AfD sollen nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung enge Kontakte zu einem mutmaßlichen vom russischen Geheimdienst bezahlten Spion haben. Wie die Medien am Mittwoch berichteten, sitze der Mann seit über einem Jahr in Polen in Untersuchungshaft. Auch die deutschen Nachrichtendienste sähen in ihm einen bezahlten prorussischen Agitator, berichteten die Medien aus einem als geheim eingestuften Bericht von Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst.
Bei dem Mann handele es sich laut Darstellung der Süddeutschen Zeitung um einen polnischen Politiker namens Mateusz Piskorski. Er organisierte demnach unter anderem Wahlbeobachtungsreisen zu fragwürdigen Abstimmungen in von Russland beeinflussten Gebieten und habe dafür mehrere Vereine gegründet. Mehrere AfD-Landtagsabgeordnete hätten an solchen Wahlbeobachtungen teilgenommen. Das bestätigen auch Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit.
Der Beschuldigte habe mit dem Chefredakteur der AfD-freundlichen Zeitung Zuerst, Manuel Ochsenreiter, sowie mit dem Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation, Markus Frohnmaier und dem Thüringer AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Rudy im vergangenen Jahr einen solchen Verein in Berlin gegründet. Dieser trägt den Namen „Deutsches Zentrum für Eurasische Studien“.
Markus Frohnmaier arbeitet derzeit als Sprecher für die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert