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Ägyptsicher Journalist auf freiem FußAl-Schami will weiterkämpfen

Zehn Monate im Gefängnis, fünf Monate Hungerstreik: Nun wurde der ägyptische Journalist Abdullah al-Schami auf freien Fuß gesetzt.

KAIRO afp/taz | Nach zehn Monaten Haft und knapp fünf Monaten Hungerstreik hat die ägyptische Justiz den Al-Dschasira-Reporter Abdullah al-Schami auf freien Fuß gesetzt. In weißer Häftlingskleidung und sichtlich angeschlagen verließ al-Schami am Dienstag eine Polizeistation in Kairo. Die Generalstaatsanwalt hatte seine Freilassung am Montag angekündigt.

Al-Schami war am 14. August 2013 festgenommen worden, als er über die gewaltsame Auflösung eines Protestlagers in Kairo berichtete. Damals waren hunderte Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi getötet und tausende weitere Demonstranten ins Gefängnis gesteckt worden. Eine Anklage wurde gegen den Journalisten nie erhoben. Aus Protest gegen seine Inhaftierung war al-Schami im Januar in den Hungerstreik getreten. Nach Angaben seiner Familie verlor er 40 Kilo.

Al-Schami zeigte sich nach seiner Freilassung kämpferisch. Der Kampf sei noch nicht vorbei, sagte er gegenüber Reportern in Kairo. „Es ist wichtig zu erwähnen, dass dies nur der Anfang ist“, so al-Schami. „Andere Journalisten sind noch immer im Gefängnis – die, die mit mir zusammen verhaftet wurden und natürlich unsere Freunde und Kollegen von Al-Dschasira Englisch.“

Auch Al-Dschasira rief die ägyptische Justiz erneut auf, die drei anderen Journalisten des Senders aus dem Gefängnis zu entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Mursis inzwischen verbotene Muslimbruderschaft unterstützt zu haben. Die Urteile sollen am 23. Juni gesprochen werden. Das Vorgehen der Justiz gegen die Reporter wird international kritisiert.

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