piwik no script img

Adventure-Game „Firmament“Rätseln und Wandern

„Firmament“ ist würdiger Nachfolger des Adventures „Myst“. Klappt die Mischung aus atemberaubender Szenerie und irren Puzzles auch heute noch?

Kinder der Neunziger werden sich erinnern: „Myst“. Das Knobelgame galt lange Jahre als das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten. Wie viele Stunden verbrachten danach ganze Generationen damit, durch die atemberaubenden Landschaften und retrofutiristischen Infrastrukturen von „Myst“ und seinem Sequel „Riven“ zu irren, Knöpfe zu drücken, Hebel zu bedienen und zu hoffen, dass sich irgendwo auf dieser unwirklichen Insel eine Brücke senkt oder ein Tor öffnet, damit sie weiter die Fantasie der Entwickler erkunden können. Nun hat das Studio Cyan Worlds endlich den lange erhofften Nachfolger rausgebracht: „Firmament“.

Weit entfernt von der Pixelgraphik der Neunziger strahlen die Welten, die es zu erkunden gilt, umso heller. Die Puzzles sind für die räumliche Vorstellungskraft und das logische Denken so herausfordernd wie eh und je. Dafür gibts diesmal etwas mehr Geschichte. Die Themen Wissenschaft und Utopie sind angedeutet, doch was in dieser leergefegten Ruinen-Welt genau passiert ist, müssen Spie­le­r:in­nen sich selbst aus verstreuten Hinweisen zusammenreimen.

Aus dem Bunker, in dem sie aufwachen, geht's auf einen Gebirgspfad, von dem aus die Spie­le­r:in­nen erstmals sehen, wie viel mehr man aus einer modernen Grafikkarte rausholen kann. Es gibt drei Rätselwelten: Schneebedeckte Berge, den bewaldeten Boden eines Kraters und eine Lagune. Überall verläuft man sich in steampunk-artigen Infrastrukturmegabauten, irrt man durch Art-Deco-Industriearchitektur. Immer auf der Suche nach dem nächsten Hebel, den die Spie­le­r:in­nen mit ihrem Werkzeug bedienen können. Das erinnert enorm an die Portal-Gun aus dem gleichnamigen Rätselspiel.

Das visuelle Design von Cyan Worlds ist wie immer ausgezeichnet. Schade, dass man nur bestimmte Pfade betreten kann und nicht jeden Winkel dieser so aufwendig entworfenen Welt. Caspar Shaller

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • Firmament weckt mit seinen kniffligen Rätseln und seiner surrealen Welt die Nostalgie von Myst! Mir gefällt besonders, wie Cyan Worlds Weltraumerkundung mit physikbasierten Rätselmechaniken kombiniert – eine Erinnerung an die Verwendung von Werkzeugen in Portal.

    Wenn du bei Level 426 von Color Block Jam (einem minimalistischen, aber extrem kreativen Rätselspiel) nicht weiterkommst, sieh dir diese Komplettlösung an: colorblockjamlevel...lock-jam-level-426 . Manchmal eröffnet ein kleiner Hinweis einen ganz neuen Ansatz, genau wie die versteckten Details in Firmament!