: Achtung, Kanistertrick!
Polizei warnt vor pumpenden Benzinbanden
O tempora, o mores. Keine Angst, hier folgt jetzt nicht die x-te Exegese einer unverstandenen Habermas-Analyse – hat der Nuschler vor dem Herrn eigentlich je die Bibel gelesen? –, sondern eine Klage über die moralisch verlotterten Zeiten, in denen wir leben. Wir alle verfolgen die Nachrichten, auf welchen Kanälen auch immer sie uns erreichen, insofern wundert uns eine weitere Polizeimeldung von Montag erst einmal nicht: „Geld für Benzin wollte sich ein 35-Jähriger am Sonntag bei Ulm erbetteln“, so die grammatikalisch schiefe Mitteilung. Ja, der Benzinpreis ist hoch, aber ist er so hoch, dass mittellose Autofahrer andere um Benzin anpumpen – warum halten sie nicht gleich den Schlauch in fremde Tanks? Aber ach, die Meldung geht noch weiter, nämlich mit einem „Hinweis der Polizei“: „Bei den Benzinbettlern handelt es sich zumeist um Mitglieder von überregional agierenden Gruppierungen. Die Masche ist immer ähnlich. Oft wird Benzinmangel und eine Notlage vorgetäuscht. Die ‚Bettler‘ schlagen angebotenes Benzin oder Fahrdienste aus, denn sie haben es auf Bargeld abgesehen.“ Nein! Diesen Hormusstraßenbanden mit dem Kanistertrick geht es gar nicht ums raffinierte Öl, sondern gleich um den ganzen schnöden Mammon? Nato, hilf!
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