: Abtreibung-betr.: Leserbrief, taz vom 3.1.90 / -betr.: Bundesweites Mahnläuten am 28.12.89
betr.: Leserbrief, taz vom 3.1.90
Auch ich lese fast jeden Tag mit großer Freude die taz. Aber bedenken Sie doch: wieviel Abos könnten Sie versenden, wenn der Zweite Weltkrieg nicht gewesen wäre! Oder wenn der Straßenverkehr nicht eingeführt worden wäre! Tote schreiben keine LeserInnenbriefe. Wenn ich überfahren worden wäre, könnte ich diesen Brief nicht schreiben.
Müßte ich nicht soviel Steuern zahlen, könnte ich mir jede taz ganz oft kaufen. Obwohl mensch soviel Steuern zahlen muß, hat mich meine Mutter geboren. Darum kann ich heute taz lesen.
B.Dolf, Freiburg
betr.: Bundesweites Mahnläuten am 28.12.89
Am 28.12.89, anläßlich des bundesweiten Mahnläutens der Katholischen Kirche zum „Tag der unschuldigen Kinder“, veranstaltete der Bonner Aktionskünstler Alfred Kerger eine Aktion auf dem Bonner Venusberg: Er spießte eine Plastikpuppe auf den Speer einer Bronze-Skulptur von Arno Breker auf, die den beziehungsreichen Titel „Göttin der Jagd“ trägt.
Sinn der Aktion: „Es handelt sich um eine bitterböse Persiflage auf das Treiben religiöser Eiferer, die Abtreibung mit Mord gleichsetzen.“
Alfred Kerger
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen