: A. Eichler bricht sein Schweigen
Frankfurt (taz) - Nach monatelangem Schweigen hat Andreas Eichler im Startbahn-Prozeß vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gestern eine Erklärung abgegeben. Einer der beiden Hauptangeklagten im Startbahn-Verfahren wies darin Beschuldigungen des früheren Startbahn-Gegners, Mike K., zurück. K. war ebenfalls im Prozeß angeklagt und wurde wegen Strommastsägens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In der Szene war er wegen seiner belastenden Aussagen als Verräter gebrandmarkt worden. Vor Gericht hatte er seine Belastungsaussagen teils zurückgenommen und die Aussage verweigert. Die damaligen Vernehmungsergebnisse wurden deshalb in der vergangenen Woche von einem Vernehmungsbeamten eingeführt.
K. hatte demnach angegeben, ein Vertrauter von Eichlers Verlobten, Ina T. gewesen zu sein. Ina T., die im Startbahn -Prozeß der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ angeklagt ist, soll ihm unter anderem erzählt haben, daß sie die 1986 in Hanau während einer Demonstration entwendete Polizeipistole, mit der am 2.11.87 an der Startbahn zwei Polizisten erschossen worden sein sollen, zur Aufbewahrung erhalten habe. Es sei „erstaunlich, was an Erzählungen“ von K. alles öffentlich würde, meinte Eichler.
M.B.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen