5 dinge, die wir über die usa gelernt haben:
1 Sie sind auch indigen verfasst
Liebe USA, wir müssen reden. Trotz deines 250. Geburtstags. Wegen deines 250. Geburtstags. Denn während deine überlebenden Indigenen mühsam daran werkeln, ihre Traditionen zu retten, versucht der Mann im Weißen Haus Teile deiner Geschichte zu tilgen. Noch erinnerst du dich an den Irokesen Canasatego, der 1744 den Kolonisten empfahl, sich wie die Haudenosaunee zusammenzutun. Einer deiner Gründerväter schrieb danach: „Sechs Völkerstämme unwissender Wilder sollen fähig sein, einen solchen Bund zu schmieden (…) während ein vergleichbarer Zusammenschluss für zehn oder zwölf englische Kolonien unerreichbar sein soll?“ Indigene trieben deine Unabhängigkeit 1776 voran, die Freiheitsrechte der Mohawk inspirierten deine Verfassung.
2 Staat und Kirche sind getrennt
Und diese Verfassung sieht im ersten Zusatzartikel die Trennung von Staat und Kirche vor. Dafür sorgte Thomas Jefferson. Was hielte er wohl davon, dass Texas in dieser Woche die Bibel zur Pflichtlektüre gemacht hat, auch für konfessionsfreie und muslimische Kinder. Die USA waren schon immer „eine christliche Nation“, so die Schulbehörde. Stimmt schon. Obwohl deine Pilgerväter selbst vor religiöser Verfolgung geflohen waren, hielten sie nicht viel von Glaubensfreiheit für Juden und Katholikinnen. 1791 setzten sich die Andersdenkenden um Jefferson durch. Göttin sei Dank!
3 Everyone is an immigrant
Im 14. Zusatzartikel steht, dass, wer in den USA geboren wird, Bürger:in ist. Ein gewisser Republikaner wollte das ändern, ist diese Woche aber damit vor Gericht gescheitert. Die Migrant:innen würden immer mehr, seien dumm, würden „nie unsere Sprache und Bräuche annehmen“. Was zeitgenössisch klingt, schrieb um 1750 dein Gründervater Benjamin Franklin – über deutsche Einwanderer. Sie seien nicht weiß genug, die Frauen hässlich, „nur wenige ihrer Kinder lernen Englisch“. Von „pfälzischen Tölpeln“ schrieb Franklin, heute ist der Enkel eines Pfälzers Präsident. Nun ja.
4 Man spricht Deutsch
Fast hätte sich bei deiner Gründung Deutsch als Amtssprache durchgesetzt, so die Legende. Nur eine Stimme fehlte. Ganz so stimmt das nicht, dennoch: Eine Million deiner Bürger:innen spricht noch heute Deutsch, doch bis 2025 hattest du gar keine Amtssprache. Und? Geht es dir besser, seit er dir Englisch verordnet hat?
5 Gleichheit liebt Gerechtigkeit
Wir haben übrigens nicht vergessen, dass du gegen die Nazis gekämpft und Martin Luther King, Audrey Lorde, Marsha P. Johnson und Dorothy Day hervorgebracht hast. Und, und, und … Doch ein Land, das Held:innen nötig hat, ist unglücklich. Und wir wünschen dir, liebe USA, doch alles Gute! (sah)
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