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5 dinge, die wir gelernt haben

1 ZDF goes Hollywood

Das ZDF verkündete dieser Tage: Tom und Bill Kaulitz holen „Wetten, dass..?“ aus der Mottenkiste, als Hosts, im Dezember. Bill heizt schon ein: „Das wird Hollywood, Leute.“ Und während Tommy Gottschalk bis Redaktionsschluss schwieg, gratulierte Frank Elstner: Der Sender habe „eine mutige und kreative Entscheidung getroffen“, die in Zeiten von Tiktok, Youtube und Co „den richtigen Akzent“ setze. Nur wofür?, fragt man sich. Für das lineare Fernsehen? Puh, Frankie.

2 Journalismus wirkt

Der Präsident des Verwaltungsgerichts Osnabrück, Gert-Armin Neuhäuser, ist von seinem Amt als Vorsitzender des Verbands der niedersächsischen Verwaltungsrichter zurückgetreten. Er macht dafür eine „politische Kampagne“ der taz verantwortlich. In der wochentaz hatten wir höchst sachlich über den Verdacht berichtet, dass Neuhäuser möglicherweise mit einem Instagram-Account in Verbindung stehe, der durch Hasskommentare zu Frauen und queeren Menschen auffiel. Seinen Rücktritt will der Richter nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen.

3 Ein Bär ist nicht genug

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Pandadiplomatie entdeckt. Er unterzeichnete einen Riesenpanda-Leasingvertrag mit China. Die Gebühr für zwei Tiere: rund 1 Million Euro jährlich. Damit hütet Deutschland nun an zwei Standorten – Berlin und München – Chinas Bären. Auf Instagram feierte sich Söder: Dieser Tag sei „der Höhepunkt der bayerisch-chinesischen Diplomatie“. Etwas Größenwahn schadet nie?

4The kids are not alright

Ein Höhepunkt für Schulkinder sind seit eh und je die großen Ferien. In Österreich hat das Parlament nun etwas beschlossen, das dieses Glück für bestimmte Kinder deutlich schmälern dürfte. Schüler:innen, die der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig sind müssen heuer und in Zukunft zwei Wochen eher aus den Sommerferien zurückkehren und Deutsch büffeln. Ohne Wenn und Aber, sonst droht eine Geldstrafe. Deutsch sei „der Schlüssel für ein gelungenes Leben“, sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Geh ma do ned a bissl z’ weit?

5 The kids are alright

Das gelungene Leben junger Menschen könnte man alternativ an ihrem Sexualleben messen. Die jüngste Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit bescheinigt den 14- bis 25-Jährigen nämlich ein hohes Verantwortungsbewusstsein: Sie sprechen über Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten, sie verwenden Kondome und hatten ihr erstes Mal zum „gerade richtigen Zeitpunkt“. Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. (njb)

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