: 3.500 Zahnärzte im Rheinland wollen heute streiken
Hamburg/Berlin (AFP) — Der Streit zwischen der Bundesregierung und der Ärzteschaft um die geplante Reform zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen spitzt sich zu. Der Landesverband Nordrhein des Freien Verbandes deutscher Zahnärzte will heute mit Streiks gegen die von Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer angestrebte Begrenzung der Honorare protestieren. In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens sollen etwa 3.500 Praxen geschlossen bleiben.
Seehofer und der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) übten scharfe Kritik an den geplanten Protestaktionen. „Ich bin nicht erpreßbar“, sagte der Minister. Kein Arzt werde durch das Konzept der Bundesregierung in die Armut getrieben. Der Vorsitzende des nordhreinischen Zahnärzteverbandes, Dieter Krenkel, sagte, in einer Urabstimmung hätten fast 100 Prozent der rheinländischen Zahnärzte einen Ausstand befürwortet. Mehr als die Hälfte der beteiligten Praxisinhaber habe sich sogar dafür ausgesprochen, eine Woche lang zu streiken. Die Aktion richte sich nicht gegen die Patienten. „Wer Schmerzen hat, wird behandelt.“
Der AOK-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Heitzer hingegen nannte die Protestaktionen eine „Unverschämtheit gegenüber den Patienten“.
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