: 2 Milliarden weniger
■ Sonderinvestitionsprogramm abspecken?
Muß das Sonderinvestitionsprogramm (ISP) für Bremen von 4,8 Milliarden Mark auf 2,8 Mrd. abspecken? In einer Vorlage des Hauses Kröning zum „Finanzrahmen 1993 bis 2004“ werden dies derzeit überlegungt. Grund: Wenn 1998 der letzte Sanierungsbeitrag (1,8 Mrd.) aus Bonn auf dem Bremer Konto gelandet ist, klafft bei einem Investitionssonderprogramm von 4,8 Mrd. Mark ab 1999 wieder die Schuldenschere auf.
Bislang ist dieser Betrag Bestandteil des Sanierungsprogramms und soll die Finanz- und Wirtschaftskraft Bremens stärken. Jetzt aber hat sich herausgestellt, daß Bremen aus Steueraufkommen weniger Einnahmen zu erwarten hat. Allein 1994 fehlen 160 Mio. Unter dieser neuen Voraussetzung würde bei einem ISP von 4,8 Mrd. die Neuverschuldung ab 1999 wieder rapide ansteigen, und zwar mehr, als an Nettoinvestitionen gegenüberstehen. Das aber ist laut Landeshaushaltsordnung nicht möglich.
Also müsse das Sanierungsprogramm neu angepaßt werden. Nur wie? Die angepeilte Zins- Steuerquote von 13,7 Prozent nach der Sanierung ist nämlich auch mit einem reduzierten ISP nicht zu schaffen: Allerdings würde sie sich bei einem ISP-Volumen von 2,8 Mrd. Mark unter 20 Prozent stabilisieren lassen.
Dr. Hartwig Heidorn, Staatsrat im Finanzressort, erklärte, daß über das ISP noch keine Entscheidung gefallen sei. „Das sind lediglich Überlegungen“, erklärte er auf Anfrage. Mit diesem Päckchen werden die SenatorInnen sich wohl auch auf der Senatsklausur herumschlagen müssen. mad
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen