: 18jähriger wird abgeschoben
■ Mazedonier soll heute ins Flugzeug gesetzt werden / Familie wird auseinandergerissen / Duldung aber abgelehnt
Die Ausländerbehörde wird heute vormittag einen 18jährigen Mazedonier von Schönefeld aus in die mazedonische Hauptstadt Skopje abschieben. Damit reißt sie eine Familie auseinander, die sich seit 1992 in Berlin aufhält. Die Eltern waren mit ihren drei Kindern in die Bundesrepublik geflüchtet, nachdem der Vater aus der – damals noch – jugoslawischen Armee desertiert war, und hatten einen Antrag auf Asyl gestellt. Wie der Anwalt des Jugendlichen mitteilte, wurde der Antrag der anderen Familienmitglieder im Juli 1992 abgelehnt. Der Jugendliche selbst habe nie einen Ablehnungsbescheid erhalten, weil die Familie zwischenzeitlich umgezogen war. Deshalb habe er auch nicht wie seine Angehörigen gegen die Ablehnung des Asylantrags geklagt. Ihm wurde auch mehrmals die Aufenthaltsgestattung verlängert – bis zum 25. März, als die Ausländerbehörde seinen Paß einbehielt und ihn für den 8. April nochmals dorthin bestellte. An diesem Freitag wurde er gleich in Abschiebehaft genommen. Sein Anwalt erhielt aber noch am Samstag morgen eine mündliche Zusicherung des Gerichtes, daß sein Mandant nicht abgeschoben werde. Doch Sonntag morgen erreichte ihn ein Anruf der Familie, daß der Jugendliche mit der Maschine um 10 Uhr nach Skopje ausgeflogen werden solle. Nur mit äußerster Hartnäckigkeit gelang es dem Anwalt, die Abschiebung damals zu verhindern.
Der Antrag auf Duldung des Jugendlichen wurde dann aber abgeschmettert. In der mündlichen Begründung habe es geheißen, die Herkunft aus Mazedonien sei keine Voraussetzung für eine Duldung. Diese sei bei Mazedoniern nur aus besonderen humanitären Gründen möglich. Von der Innenverwaltung war am späten Freitag nachmittag keine Stellungnahme mehr zu erhalten.win
Fortbildung für 800 Vertragsarbeitnehmer
Für die in Berlin lebenden rund 3.500 vornehmlich vietnamesischen Vertragsarbeitnehmer lief gestern die Antragsfrist auf ein Bleiberecht aus. Die Mehrheit von ihnen hat keinen Arbeitsplatz, und ihnen droht nun die Abschiebung. Wie die Senatsverwaltung für Arbeit mitteilte, besuchen 800 Vertragsarbeitnehmer 23 Kurse unter anderem in den Bereichen Hotel- und Gaststättengewerbe, Bau, Garten- und Landschaftsbau sowie Büro- und Rechnungswesen. Die Teilnehmer haben für die Dauer dieser zweijährigen Kurse eine Aufenthaltserlaubnis. ADN/taz
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