+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukraine erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn
Bei russischen Angriffen wurden zwei Menschen in der Ukraine getötet. Der US-Gesandte Witkoff soll am Donnerstag Putin treffen. Kyjiw ist zum Teil ohne Strom.
Zwei Tote durch russische Drohnenangriffe in der Ukraine
Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe sei die Stadt Krywyj Rih gewesen, teilte die regionale Militärverwaltung am Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um einen 77-jährigen Mann und eine 72-jährige Frau. Krywyj Rih, die Geburtsstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, liegt rund 80 Kilometer von der Front entfernt. Die russische Armee verübt seit Beginn der Invasion im Februar 2022 regelmäßig Luftangriffe auf die Stadt.
In der russischen Kaukasusrepublik Adygeja meldeten die Behörden derweil elf Verletzte bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Unter den Verletzten seien zwei Kinder, erklärten die örtlichen Behörden. Adygeja grenzt an die Großstadt Krasnodar. Die Region rund um das Schwarze und Asowsche Meer wird immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Seit Beginn seiner Offensive vor fast vier Jahren feuert Russland fast täglich Drohnen und Raketen auf die Ukraine ab. Als Reaktion greift die Ukraine regelmäßig russisches Territorium an und nimmt dabei insbesondere Einrichtungen der Energieinfrastruktur ins Visier. (afp)
Strom und Heizung fallen nach Angriff auf Kyjiw aus
Nach einem russischen Luftangriff sind in Teilen der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw Strom, Heizung und Wasserversorgung ausgefallen. Bewohner hätten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Notzelten Schutz gesucht, hieß es. Ganze Wohnblöcke seien ohne Strom. Eine russische Stellungnahme zu dem Angriff lag zunächst nicht vor. (rtr)
„Streit um Grönland darf nicht von Ukraine ablenken“
Die Nato sollte sich ihrem Generalsekretär Mark Rutte zufolge durch die Spannungen rund um Grönland nicht von der Notwendigkeit ablenken lassen, die Ukraine zu verteidigen. „Die Ukraine sollte oberste Priorität haben, sie ist entscheidend für die Sicherheit Europas und der USA“, sagt Rutte in einer Podiumsdiskussion beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Ich bin wirklich besorgt, dass wir das Ziel aus den Augen verlieren und dass die Ukrainer in der Zwischenzeit nicht über genügend Abfangjäger verfügen, um sich zu verteidigen.“ (rtr)
Acht Verletzte nach Drohnenangriff in Südrussland
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf den Süden Russlands wurden nach offiziellen Angaben acht Menschen verletzt. In der Republik Adygeja sei ein Wohnhaus getroffen worden, teilt Gouverneur Murat Kumpilow auf Telegram mit. Sieben der Verletzten, darunter ein Kind, würden im Krankenhaus behandelt. In der benachbarten Region Krasnodar sei nach Angaben von Gouverneur Wenjamin Kondratjew ein weiteres Wohnhaus beschädigt und die Bewohner in Sicherheit gebracht worden. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (rtr)
Brand in russischer Ölraffinerie
In der Ölraffinerie Afipsky in der südrussischen Oblast Krasnodar ist nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei mittlerweile wieder gelöscht worden, teilen die örtlichen Behörden mit. Es sei niemand verletzt worden, es gebe keine Schäden. Die Raffinerie war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur. Die hauptsächlich auf den Export ausgerichtete Anlage Afipsky verarbeitete 2024 rund 7,2 Millionen Tonnen Rohöl. Zudem trafen ukrainische Drohnen weitere Städte in Südrussland. Dabei wurden örtlichen Behörden zufolge insgesamt elf Menschen verletzt. (rtr)
Mehrere Verletzte nach Hausbrand in Russland
Bei einem Hochhausbrand nach mutmaßlichen Explosionen in der russischen Teilrepublik Adygeja östlich des Schwarzen Meers sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen verletzt worden. Republikchef Murat Kumpilow sprach von einem Drohnenangriff und einem Feuer, das in der Siedlung Nowaja Adygeja ausgebrochen sei. Sieben Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, 15 Autos ausgebrannt und 25 weitere beschädigt worden. Tote gebe es nicht.
In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen ein beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus und brennende Autos zu sehen sind. Mehrere Nachrichtenkanäle auf Telegram berichteten, dass Augenzeugen Explosionen gehört hätten. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss angesichts des Ausmaßes der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache aus. Im Netz wurde gemutmaßt, dass es sich um eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte. (dpa)
Kreml: Putin trifft am Donnerstag US-Gesandten Witkoff
Der russische Präsident Wladimir Putin plant nach Angaben Moskaus für Donnerstag ein Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Die Zusammenkunft stehe „für morgen auf dem Terminkalender des Präsidenten“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Tass, ohne den Ort des geplanten Treffens zu nennen. Witkoff hatte zuvor der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, er wolle zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, nach Moskau reisen.
Witkoff und Kushner sind von US-Präsident Donald Trump mit den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts betraut. Zuletzt hatte Putin die beiden US-Gesandten Anfang Dezember in Moskau empfangen.
Seit Monaten laufen intensive diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Auf dem Tisch liegt eine überarbeitete Fassung des ursprünglich von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plans, der von Kyjiw und den europäischen Verbündeten als sehr russlandfreundlich kritisiert worden war. Der Kreml hat bislang jegliche Anpassungen abgelehnt. (afp)
Festnahme mutmaßlicher Unterstützer prorussischer Milizen
In Brandenburg sind ein Russe und ein Deutscher festgenommen worden, die jahrelang prorussische Separatisten der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine unterstützt haben sollen. So sollen sie unter anderem am Transport von Drohnen in die Donbass-Region beteiligt gewesen sein, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte. In dem Verein, der dies organisierte, hätten sie „herausgehobene Stellungen“ innegehabt.
Seit 2014 wurden die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass von prorussischen Separatisten kontrolliert. Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 erklärte Moskau die Regionen für annektiert.
Die Bundesanwaltschaft stuft die beiden sogenannten Volksrepubliken als ausländische terroristische Vereinigungen ein. Diese hätten ab 2014 die Kontrolle über die ukrainischen Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk beansprucht mit dem Ziel, sie von der Ukraine zu lösen. Dabei hätten sie sich intensive Auseinandersetzungen mit den ukrainischen Streitkräften geliefert und immer wieder auch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Ende 2022 seien sie in die Befehlsstrukturen der russischen Streitkräfte eingegliedert worden.
Schon im Mai 2025 waren in dem Zusammenhang in Brandenburg und Berlin Objekte durchsucht worden, unter anderem die Wohnung eines weiteren Beschuldigten, wie die Bundesanwaltschaft ausführte. Am Mittwoch wurden dann in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland zwei Männer vom Bundeskriminalamt festgenommen.
Ihre Namen gab die Bundesanwaltschaft mit Suren A. und Falko H. an, auch ihre Wohnungen wurden durchsucht. Der Verein, für den die beiden Beschuldigten seit 2016 gearbeitet haben sollen, organisierte der Behörde zufolge den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber auch von Drohnen an die prorussischen Milizionäre in den Donbass.
A. soll Vereinsgelder von mehr als 14.000 Euro dorthin geleitet und Gütertransporte finanziert haben. H. soll selbst mehrmals zu Gesprächen mit den Separatisten in die Region gereist sein. Dort habe er Lieferaufträge entgegengenommen und beim Verteilen von Gütern mitgearbeitet.
Den beiden Männern wird die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen in mehreren Fällen zur Last gelegt. Sie sollten am Donnerstag dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. (afp)
Ukraine erlebt härtesten Winter seit Kriegsbeginn
Das russische Militär hat mit gezielten Angriffen auf die Energieinfrastruktur für den härtesten Winter der Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw seit Kriegsbeginn gesorgt. Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius sahen sich die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner massiven und langanhaltenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen, sammelten sie Schnee als Wasserersatz, schliefen in Mänteln und Mützen und stellten Zelte in ihren Wohnungen auf. Erstmals seit der russischen Invasion vor fast vier Jahren rief die Regierung wegen der Energiekrise den Notstand aus.
„Wenn es keinen Strom gibt, gibt es keine Heizung. Das bedeutet, die Wohnung kühlt aus“, sagte der Militärgeistliche Anton Rybikow in einem im Januar geführten Gespräch. Einer seiner Söhne habe sich eine Lungenentzündung zugezogen, nachdem die Temperatur in der Wohnung nach einem russischen Luftangriff während eines mehr als 19-stündigen Stromausfalls auf neun Grad Celsius gefallen sei. „Das ist emotional sehr schwierig. Es gibt ständig Sorgen“, sagte der 39-jährige Vater. „Dieser Winter ist der härteste.“ Er überlege, seine Söhne aus Kyjiw wegzuschicken, falls sich die Stromausfälle verschlimmern sollten.
Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur in den Wintermonaten verstärkt und sich dabei auf die Städte Kyjiw, Charkiw und Dnipro konzentriert. Dem britischen Militärgeheimdienst zufolge setzte Russland im vergangenen Jahr 55.000 unbemannte Flugsysteme gegen die Ukraine ein, was einer Verfünffachung im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Die Regierung in Kyjiw forderte daraufhin vom Westen mehr Flugabwehrsysteme. Nach einem schweren russischen Angriff im Januar waren nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr als eine Million Haushalte in der Hauptstadt ohne Strom. (rtr)
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