+++ Corona News am 13. Juni +++: Wohnviertel in Peking abgeriegelt

Nach einem neuen Ausbruch leiten Chinas Behörden rigide Maßnahmen ein. Brasilien wird zum Pandemie-Hotspot. Und in Japan gibt's Karaoke nur mit Mundschutz.

Mann mit Mundschutz schaut auf sein Smartphone, er wird von einer Glasscheibe gespiegelt

In Peking kommt man noch ins Telefonnetz, aber nicht mehr in elf Wohnbezirke, die wegen Corona gesperrt wurden Foto: ap

Wohnviertel in Peking abgeriegelt

Die chinesische Hauptstadt hat nach einem neuen Ausbruch des Virus Sars-CoV-2 nahe einem Lebensmittelmarkt elf Wohnviertel abgeriegelt. 45 Mitarbeiter des Marktes Xinfadi seien positiv auf den Erreger getestet worden, teilten Stadtvertreter am Samstag mit. Sie zeigten aber keine Symptome. Die Bekanntgabe erfolgte zusätzlich zu einer vorherigen Erklärung, laut der sieben Menschen mit Symptomen den Markt besucht oder dort gearbeitet hätten.

Die Zeitung Beijing News meldete in den sozialen Netzwerken, Parteimitglieder und Freiwillige seien beauftragt worden, für die von der Ausgangssperre betroffenen Anwohner Einkäufe zu erledigen.

Mehr als 50 Tage lang waren in Peking keine neuen lokal übertragenen Infektionen gemeldet worden. Wegen der neuen Entwicklung verschoben die Behörden die für Montag geplante Wiederöffnung von Schulen für Erst- bis Drittklässler. Sportveranstaltungen wurden abgesagt, die erst seit dem 2. Juni wieder geöffnete Oper in Peking schloss erneut.

Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle in China liegt nach offiziellen Angaben nun bei 83.075, während die Zahl der Todesfälle unverändert bei 4634 bleibt. Asymptomatische Patienten, die zwar mit dem Virus infiziert, aber symptomlos sind, werden in China nicht zu den bestätigten Fällen gezählt. (ap/rtr)

Indien hat weltweit vierthöchste Infektionsrate

In Indien sind 11.458 Neuinfektionen registriert worden – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Insgesamt hätten sich mehr als 300.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, teilt das Gesundheitsministerium mit. 8884 Menschen starben bislang. Weltweit verzeichnet Indien die vierthöchsten Infektionszahlen. Am stärksten betroffen ist der Bundesstaat Maharashtra im Westen mit über 100.000 Infizierten. Im ganzen Land gelten 147.000 Menschen als genesen. 8884 Patienten starben in Verbindung mit dem Virus. (rtr)

Brasilien entwickelt sich zum neuen Corona-Brennpunkt

Brasilien entwickelt sich zunehmend zum neuen Brennpunkt der Corona-Pandemie. Am Freitag überholte das südamerikanische Land Großbritannien bei der Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus. Mit mehr als 41.800 Todesfällen steht Brasilien nun an Platz zwei der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt nach den USA. Weltweit stieg die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 425.000.

Mehr als 900 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich demnach auf fast 829.000. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Demnach könnte die tatsächliche Zahl der Infektionsfälle zehn bis 15 Mal so hoch liegen wie in den offiziellen Statistiken angegeben.

Am schwersten betroffen bleibt der Bundesstaat Sao Paulo, auf den mehr als 10.000 Todes- und knapp 168.000 Infektionsfälle entfallen. Auch im Bundesstaat Rio de Janeiro ist die Situation dramatisch; dort starben mehr als 7400 Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion, fast 78.000 haben sich infiziert.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen wächst in Brasilien auch die Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro bezeichnete die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als „kleine Grippe“ und lehnt die von den Bundesstaaten angeordneten Beschränkungen ab, weil dadurch die Wirtschaft beeinträchtigt wird.

Am Donnerstagabend sorgte Bolsonaro bei seinen Kritikern erneut für Empörung, als er die Brasilianer dazu aufrief, Handy-Filme in Krankenhäusern zu drehen, um zu zeigen, wie stark die Intensivstationen tatsächlich belegt seien. „Ich kann mich irren, aber praktisch niemand hat sein Leben verloren, weil er kein Beatmungsgerät oder kein Bett auf der Intensivstation hat“, behauptete Bolsonaro in einem im Online-Dienst Facebook veröffentlichten Video.

Laut offiziellen Statistiken waren die Intensivstationen in vielen brasilianischen Bundesstaaten seit Beginn der Pandemie zeitweise zu mehr als 95 Prozent belegt. Der bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Gesundheitsnotfälle zuständige Direktor Mike Ryan sprach am Freitag von einer „besorgniserregenden“ Situation in Brasilien. Zwar sei das Gesundheitssystem nicht „vollständig überlastet“, doch bestehe ein „großer Druck“ auf die Intensivstationen in vielen Bundesstaaten. „Einige Regionen sind in einer kritischen Phase“, sagte Ryan. (afp)

348 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut meldet 348 Neuinfektionen in Deutschland. Die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle steigt damit auf 186.022. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus erhöht sich um 18 auf 8781. Rund 171.900 Menschen sind den Angaben zufolge inzwischen genesen, das sind etwa 300 mehr als tags zuvor. (rtr)

Corona-Lage im Kreis Sonnenberg bleibt kritisch

Die Corona-Situation im Thüringer Kreis Sonneberg bleibt kritisch. Am Tag des erstmaligen Endes der Kontaktbeschränkungen in einem Bundesland lag die Infektionsrate dort am Samstag nur knapp unter der Marke von 35 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg um 3 auf 284, wie das Landratsamt mitteilte. Deswegen setzt der Kreis nicht alle in der neuen Thüringer Corona-Verordnung vorgesehenen Lockerungen um. Per Allgemeinverfügung ist im Kreis etwa die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz erweitert und gilt auch für Beschäftigte in Geschäften sowie Servicepersonal in Gaststätten.

Als erstes Bundesland hat der Freistaat seine Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie am Samstag beendet. Bislang durften sich in Thüringen nur Menschen von maximal zwei Haushalten treffen. Nun gelten nur noch Empfehlungen: Man soll sich mit nicht mehr als einem weiteren Haushalt oder zehn weiteren Menschen treffen. Brandenburg will ab Montag ähnlich verfahren. (dpa)

Lagarde fordert Italien zu Wirtschaftsreformen auf

EZB-Chefin Christine Lagarde ruft Italien dazu auf, die heimische Wirtschaft zu reformieren. „Ich ermuntere Sie als Politiker daher, die Krise nicht ungenutzt zu lassen“, sagt Lagarde in einer Videobotschaft an italienische Politiker. „Meine Institution, die EZB, wird im Rahmen ihres Mandats ihre Rolle spielen. Aber es ist Ihre Aufgabe, die Bürger davon zu überzeugen, dass unsere Gesellschaften aus diesem Transformationsprozess stärker und grüner hervorgehen werden.“ (rtr)

CDU-Generalsekretär peilt Schuldenabbau bis 2030 an

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak fordert einen raschen Abbau der durch die Corona-Krise gewachsenen Schulden. „Im Jahr 2030 sollte die Staatsverschuldung wieder auf dem Stand der Vor-Corona-Zeit sein“, sagte er dem Handelsblatt. Es müsse so schnell wie möglich wieder die schwarze Null erreicht werden, das heißt ein Haushalt ohne Neuverschuldung. Steuererhöhungen zur Finanzierung der Krisenkosten lehnt Ziemiak ab, sie wären „politisch das falsche Signal und ökonomisch fatal“. (rtr)

Deutsch-polnische Grenze ist wieder geöffnet

Die Grenzöffnung von Polen zu Deutschland ist in der Nacht zu Samstag von zahlreichen Menschen emotional gefeiert worden. Hunderte Menschen hätten sich unter anderem auf der Stadtbrücke von Frankfurt (Oder) nach Slubice versammelt, um die Grenzöffnung mit Musik und Sekt zu feiern, berichtete der RBB am Samstag. Teilweise habe das Ereignis an 1989 erinnert, hieß es in sozialen Netzwerken wie Twitter. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Grenze zwischen Polen und Deutschland rund drei Monate geschlossen gewesen.

Um Mitternacht seien sich die Bürgermeister beider Grenzstädte, René Wilke (Linke) und Mariusz Oleiniczak, in die Arme gefallen. „Man darf Frankfurt (Oder) und Slubice genauso wenig an der Oder trennen, wie man die Weichsel oder die Spree an den Ufern trennen darf“, sagte Wilke dem RBB. Weiter betonte er: „Ich hoffe ganz stark, dass wir hier heute auch das Signal aussenden: Das dürft ihr uns nicht nochmal antun. Ich hoffe, dass das in Warschau und Berlin ankommt.“

Seit Polen 2007 dem Schengen-Raum beitrat, hat es an der Oder praktisch keine Grenze mehr gegeben, hieß es weiter. Frankfurt (Oder) und Slubice haben ihre Zusammenarbeit seitdem immer stärker vertieft und bezeichnen sich als Doppelstadt. (epd)

Weiter steigende Infektionszahlen in Russland

In Russland ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 8706 auf 520.129 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien zudem 114 Menschen gestorben, teilen die Behörden mit. Insgesamt wurden 6829 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus registriert. (rtr)

Pandemie-Experte Anthony Fauci warnt vor Kontrollverlust

Der Pandemie-Experte und US-Regierungsberater Anthony Fauci warnt davor, dass der von einigen Bundesstaaten gemeldete Anstieg von Krankenhausaufenthalten von Corona-Infizierten ohne strikte Kontaktsperren außer Kontrolle geraten könnte. Da die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert würden, stiegen die Infektionszahlen, sagte gegenüber dem Fernsehsender CNN. „Wenn man aber anfängt, immer mehr Krankenhausaufenthalte zu registrieren, ist das ein sicheres Alarmzeichen dafür, dass man dabei ist, in die falsche Richtung zu gehen.“ In den USA sind mehr als 114.000 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben, mehr als zwei Millionen Menschen haben sich nachweislich damit angesteckt. (rtr)

Hohe Ansteckungsgefahr in britischen Hospitälern

Etwa jeder fünfte Covid-19-Patient in Großbritannien hat sich einem Zeitungsbericht zufolge im Krankenhaus angesteckt. Auf dem Höhepunkt des Coronavirus-Ausbruchs sei die Übertragung innerhalb von Kliniken für bis zu 22 Prozent der Fälle bei stationären Patienten und für bis zu elf Prozent der Todesfälle verantwortlich, berichtete der Daily Telegraph unter Berufung auf Veröffentlichungen von Regierungswissenschaftlern. (rtr)

Neuer Höchstwert bei Infektionen in Mexiko

Mexiko meldet einen neuen Höchstwert bei den Coronavirus-Neuinfektionen. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen sei binnen 24 Stunden um 5222 auf 139.196 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Zudem starben weitere 504 Covid-19-Patienten. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 16.448. Die Regierung geht davon aus, dass noch weitaus mehr Menschen mit dem neuartigen Virus in Mexiko infiziert sind. (rtr)

Bestellte Masken zum Großteil noch nicht angekommen

Von den etwa zwei Milliarden Atemschutzmasken, die das Bundesgesundheitsministerium weltweit eingekauft hat, sind bislang erst rund 600 Millionen in Deutschland angekommen. Rund 1,5 Milliarden Masken müssten bis zum Herbst noch eintreffen: Einen entsprechenden Bericht der Welt bestätigte am Samstag ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin. Er betonte dabei: „Es gibt kein Maskenproblem in Deutschland.“ Die Versorgung sei gewährleistet.

Die Ware wurde größtenteils in China bestellt. Empfänger in Deutschland sind zum einen die Bundesländer, welche die Masken dann an die Krankenhäuser weitergeben, und zum anderen die Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen, die sie an die niedergelassenen Ärzte verteilen.

Der Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Die Lager der Kassenärztlichen Vereinigungen sind voll, die Lager der Länder sind voll, wir können zum Teil gar nicht mehr anliefern.“ Der Eindruck, dass es wegen der ausstehenden Lieferungen einen Masken-Engpass gebe, sei falsch.

Bereits in einer Risikoanalyse aus dem Jahr 2012 sei auf die Bedeutung von medizinischem Schutzmaterial hingewiesen worden, schrieb die Welt weiter. Aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion gehe aber hervor, dass die Bundesministerien zum Stichtag 31. Dezember 2019 lediglich rund 150.000 Masken mit dem FFP-Qualitätsstandard und 1,9 Millionen einfache OP-Masken bereitgehalten hätten.

„Die Antworten offenbaren ein Desaster bei der Versorgung mit Schutzausrüstungen“, kritisierte FDP-Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg gegenüber der Zeitung. Zu Beginn der Corona-Pandemie seien gerade einmal 0,04 Prozent des Jahresbedarfs an Masken vorrätig gewesen. (afp)

Rugby in Neuseeland jetzt wieder mit Zuschauern

Über 20.000 Fans haben am Samstag in Neuseeland das erste Rugby-Spiel seit drei Monaten mit Zuschauern bejubelt. Die Landesregierung hatte zu Wochenbeginn als eine der ersten die Corona-Krise für beendet erklärt und Sportveranstaltungen ohne Einschränkugen wieder erlaubt. Die Partie in Dunedin im Forsyth-Barr-Stadion, welche die Otago Highlanders gegen die Waikato Chiefs mit 28:27 gewannen, war die Premiere. Für die zweite Partie des Wochenendes, wenn am Sonntag im Eden Park/Auckland die Blues auf die Hurricanes treffen, werden 41 000 Zuschauer erwartet.

Super Rugby ist ein normalerweise multinationaler Wettbewerb, an dem sonst auch Teams aus Australien, Südafrika, Argentinien und Japan teilnehmen. Er war Mitte März gestoppt worden. In der jetzt durchgeführten Form nehmen lediglich fünf Teams aus Neuseeland teil. (dpa)

Karaoke-Singen in Japan nur mit Mundschutz

Auch für Japans Liebhaber des Karaoke-Singens ändern sich im Zuge der Corona-Pandemie die Zeiten. Nach der Aufhebung des Notstands treffen Betreiber von Karaoke-Einrichtungen Vorkehrungen, um das Singen künftig sicherer zu machen. So müssen sich die Kunden beim Betreiber „Karaoke Manekineko“ in Tokio mit Hilfe einer Maschine, die künstliche Intelligenz nutzt, am Eingang erstmal die Körpertemperaturen messen lassen, wie die japanische Tageszeitung Tokyo Shimbun am Samstag berichtete.

In den Karaoke-Räumen singen sie dann mit Mikrofonen, die mit Stoff abgedeckt und mit einem durchsichtigen Plastiktrichter versehen sind, um den beim Singen entstehenden Tröpfchenflug zu stoppen. Die Räume werden vom Personal, das Masken und Plastikvisiere trägt, regelmäßig desinfiziert. Zudem wird die Gästezahl je nach Größe des Raums und Belüftung begrenzt. (dpa)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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