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taz Talk meets Jüdisches Museum Berlin Menschenrechte als letzte Utopie?

Eine neue Digital Lecture Series über Migration und Menschenrechte. Zum Auftakt spricht die politischen Philosophin Seyla Benhabib im taz Talk über die Genfer Flüchtlingskonvention.

Fundament der Gesellschaft oder doch nur Wunschtraum? Seyla Benhabib im Gespräch über Menschenrechte Foto: Bettina Strauss

Zum Auftakt der neuen Digital Lecture Series des Jüdischen Museums Berlin „Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte“ begrüßen wir die politische Philosophin Seyla Benhabib. Mit der Journalistin Dinah Riese spricht sie über die Genfer Flüchtlingskonvention als ein zentrales Dokument des menschenrechtlichen Schutzes aus dem Jahr 1951. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Veranstaltungsinformationen

Wann: Mi. 27.05.2026, 19 Uhr

Wo: nur im Livestream (auf Englisch)

Es wird dabei um Dilemmata gehen, die dem Dokument seit Beginn anhaften: den Ausschluss von Ländern des globalen Südens, die den Kategorien „geschützter Gruppen“ zugrundeliegenden problematischen Annahmen sowie die bürokratischen und rechtlichen Schwierigkeiten beim Nachweis einer „begründeten Furcht vor Verfolgung“ für die Anerkennung als Flüchtling.

Die utopische Hoffnung der Genfer Konvention, sichere Zufluchtsorte und eine Welt ohne Verfolgung zu schaffen, liegt gegenwärtig in Trümmern. Wichtige Unterzeichnerstaaten wie die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben Einreiseverbote, Auslieferungs- und Vertreibungstechniken entwickelt, die „rechtsfreie Zonen und rechtlose Subjekte” geschaffen haben.

Seyla Benhabib erläutert, warum sie in der Genfer Konvention – angesichts der Zerstörung einer auf internationalem Recht und Menschenrechten basierenden Weltordnung – das erste Anzeichen eines Scheiterns sieht.

Die neue Digital Lecture Series des Jüdischen Museums Berlin reflektiert die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Menschenrechte. Vor dem Hintergrund jüdischer Migrationsgeschichte blicken fünf Wissenschaftler:innen gemeinsam mit der Journalistin Dinah Riese aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Entwicklungen des internationalen Flüchtlingsschutzes.

Dabei werden historische Errungenschaften sichtbar, die heute zunehmend in Frage gestellt werden: Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit und welche juristischen oder philosophischen Perspektiven können helfen, gegenwärtige Grenzen des Denkens über Migration zu überschreiten? Und wo lassen sich im Hier und Jetzt Ansätze für eine offenere Zukunft finden?

Im Gespräch:

🐾 Seyla Benhabib wurde 1950 in Istanbul in eine sephardisch-türkische Familie geboren. Sie zählt zu den einflussreichsten politischen Philosoph:innen und politischen Theoretiker:innen der Gegenwart. Seyla Benhabib ist Senior Research Scholar und außerordentliche Professorin für Recht an der Columbia Law School in New York. Im Jahr 2025 wurde ihr der Hannah-Arendt-Preis 2025 für politisches Denken verliehen.

🐾 Dinah Riese leitet das Inlandsressort der taz. Davor war sie taz-Redakteurin für Migration und Integration. Für ihre Recherche und Berichterstattung zum sogenannten Werbeverbot für Abtreibungen, Paragraf 219a StGB, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr Interview mit Überlebenden des Anschlags in Halle war für den Reporter:innenpreis nominiert.

Dieser taz Talk wird gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung.

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