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28.07.2026 , 15:56 Uhr
Nicht ganz verständlich wird, warum die Entscheidung zur Auswanderung fiel – der gesellschaftliche Diskurs (Solidarität mit Palästina ABER auch Unterstützung der israelischen Regierung selbst bei Kriegsverbrechen) war ihr ja offenbarbekannt. Dieser Diskurs wird in fast allen westlichen Ländern geführt; es bleibt die Frage, welcher Diskursstatus genügt hätte, um zu bleiben.
Menschen in Deutschland, nicht nur aus dem linken Spektrum, wird sowohl Antisemitismus vorgeworfen (oft zu Unrecht bei berechtigter Israelkritik, teils zu Recht) als auch, das Leid der Palästinenser zu ignorieren. Meron Mendel hielt nach dem 7. Oktober fest, dass sich sowohl mit Israel als auch mit Palästina verbundene Menschen in Deutschland gleichermaßen „enttäuscht“ von der öffentlichen Debatte fühlten – ein weiteres Zeichen für die schwierige Debatte.
Dass bspw. die Unterstützung einer rechtsradikalen Regierung angesichts von Kriegsverbrechen dem Ansehen eines Landes schadet, ist ein valides Argument. Wer aber erwartet, dass der politische Diskurs eines Landes klar der eigenen Position entspricht, stellt eine Erwartung, die auch anderswo kaum erfüllbar wäre. Was wäre die "Bedingung" gewesen, nicht zu gehen?
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