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20.01.2026 , 08:09 Uhr
Manchmal ist es verständlich, dass man bei politischen Akteuren wie Trump wütend oder fassungslos reagiert. Aber was machen wir eigentlich als Gesellschaft mit Menschen, die wir als „psychopathisch“ oder „irre“ abstempeln? In einer Demokratie brauchen auch die Unbequemen einen Platz – oder wollen wir wirklich Stimmen verbieten, weil uns ihre Haltung nicht passt? Ich finde, das ist eine gefährliche Richtung. Demokratie lebt gerade davon, dass sie auch Zumutungen aushält, dass wir streiten und widersprechen – aber nicht, dass wir andere einfach zum Schweigen bringen oder ausschließen. Das gilt auch für absurde oder provokante Ideen, sonst bleibt am Ende wenig übrig von demokratischer Streitkultur. Für mich ist Demokratie die Fähigkeit, Unterschiedlichkeit und Widerspruch auszuhalten – nicht die Suche nach der perfekten Gemeinschaft. Vielleicht liegt gerade darin ihre Stärke.
zum Beitrag31.08.2025 , 00:49 Uhr
Danke für den klugen Überblick über linken Populismus. Die Unterscheidung zwischen emotionaler Ansprache und ideologischer Vereinfachung ist wichtig – gerade in einer Zeit, in der die Sprache oft zum Werkzeug wird.
Was mir dabei fehlt: ein genauerer Blick auf das, was z. B. ein Denker wie Mahmood Mamdani wirklich tut. Wer ihn als populistisch liest, verkennt vielleicht, dass sein Ansatz nicht Vereinfachung ist, sondern ein Plädoyer für radikale Differenzierung – gerade da, wo es wehtut: bei Schuld, Zugehörigkeit, Verantwortung.
Menschlichkeit in komplexen Konflikten ernst zu nehmen – ohne sie rhetorisch auszuschlachten – ist für mich keine Strategie, sondern Haltung. Und vielleicht verwechselt man sie gerade deshalb manchmal mit Populismus: weil sie ungewohnt klar und ruhig ist.
Ich wünsche mir mehr Raum für diese Art von Denken – auch in linken Analysen. Nicht als Gegenerzählung, sondern als Ergänzung. Weil nicht jede einfache Sprache gleich eine Vereinfachung ist.
zum Beitrag29.08.2025 , 07:00 Uhr
Nicht nur Profit, auch Angst Oft wird die Waffenlobby als Ursache genannt – das stimmt, aber greift zu kurz. Viele Menschen bewaffnen sich, weil ihnen über Jahre vermittelt wurde: Du bist allein. Niemand schützt dich.
Es ist nicht nur Gier, sondern auch gezielte Angst, die sich im öffentlichen Raum festsetzt. Wer verändern will, muss also nicht nur Gesetze ändern – sondern auch die Sprache, mit der Sicherheit überhaupt entsteht.
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