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11.06.2026 , 11:10 Uhr
Was mir bei allen Kommentaren, die in diese Richtung argumentieren fehlt, ist, dass das Demonstrieren einer politischen Haltung im gesellschaftspolitischen Kontext sehr wohl einen Effekt hat. Überdies ist Sport Teil der Gesellschaft. Der Versuch, die Politik aus dem Sport herauszuhalten, wäre ungefähr so erfolgversprechend wie der Versuch, die Politik aus der Gesellschaft herauszuhalten. Sport wird und wurde zu allen Zeiten politisch instrumentalisiert. Ein Event, wie die WM, ist somit per se politisch, ob man das nun gut findet oder nicht. Und alle Beteiligten, von Funktionären, Teilnehmenden, Zuschauern, Medienvertretern bis zu Wirtschaftsunternehmen, agieren als politische Akteure. In diesem Kontext eine Haltung pro Demokratie und Liberalismus zu zeigen, hat nichts mit kolonialer Attitüde zu tun, sondern wäre im Gegenteil ein Beitrag, gesellschaftspolitische Vielfalt zu demonstrieren. Und genau dies nicht zu tun, wäre kein Ausdruck von Toleranz und politischer Neutralität, sondern ein Akt von Relativismus und Unterlassung. Peter Unfried vergisst leider, dass viele (vielleicht die meisten?) Menschen in dieser Welt unfreiwillig in einem autoritärem System leben müssen.
zum Beitrag05.07.2025 , 11:44 Uhr
Toller Artikel über ein Thema, das mich seit vielen Jahren beschäftigt. Ich pflege auch "nur" noch Freundschaften und bin damit sehr zufrieden. Sexuelle Identität und Orientierung spielen dabei keine Rolle. Idioten gibt es überall, gesellschaftlich geprägte Geschlechterstereotype sind nmE jedoch nicht nur unterschiedlich zwischen den Geschlechtern verteilt, sondern auch innerhalb der Geschlechter. Daraus ziehe ich die Schlussfolgerung, dass das Problem eher im Paradigma der Liebesbeziehung angelegt ist. Die damit verbundenen Erwartungen stellen eine permanente Überforderung an die Beteiligten. Nach Abklingen der hormoninduzierten Persönlichkeitsstörung in der Verliebtheitsphase ändern sich die Voraussetzungen, in dem Individualität wieder stärker in den Vordergrund rückt. Das der Beziehung zugrundeliegende Paradigma ändert sich aber nicht. Oder eben nicht sofort. Dann herrscht Frustration. Deshalb laufen Liebesbeziehungen im besten Fall sowieso auf Freundschaften hinaus, sofern die Beteiligten in der Lage sind, das Paradigma entsprechend anzupassen. Oder man trennt sich eben. Eine spannende Frage bleibt: Begehren wir das Begehren nicht oft mehr als das Begehrte?
zum Beitrag