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Erwacht in Sudan mit dem Gelben Nil die Zukunft?

Die sudanesische Autorin Sarah Hamza Al-Jak entwirft in ihrem 2020 erschienenen Roman „The Fall of the Sycamore Tree“ (2020) ein poetisches Zukunftsbild: die Stadt Dar al-Saad im Jahr 2050 – ein Ort, an dem Wasser unaufhörlich fließt, Bäume unberührt wachsen und ein stiller, nachhaltiger Rhythmus das Leben bestimmt.

Im Herzen dieser Vision kehrt der Gelbe Nil zurück – jener längst versiegte Nebenfluss, der einst durch die Wüsten Sudans floss. Durch menschlichen Einfallsreichtum und das Sammeln von Regenwasser wird er im Roman wieder zur Quelle von Leben, umgeben von Wäldern, Vogelstimmen und neu erwachender Natur.

Al-Jaks Erzählung verwebt diese ökologische Utopie mit Mythos und Geschichte. Eine alte Prophezeiung über den Fall einer Maulbeerfeige – Symbol für Macht, Umbruch und Erneuerung – spiegelt sich in den realen politischen Erschütterungen des Landes wider. Aus Zerstörung, so die Hoffnung, erwächst ein neuer Anfang.

Im Gespräch betont Al-Jak, warum eine solche Utopie gerade jetzt, wo der Bürgerkrieg mit Millionen von Menschen in Not in Sudan alles andere überschattet, von entscheidender Bedeutung ist. Eine sudanesische Bevölkerung ohne eigene Ideen über die Zukunft, sagt sie, werde ihr Schicksal niemals selbst in die Hand nehmen. „Lasst uns deshalb eine Vision entwickeln, an die wir glauben, und lasst uns diese Vision als Ziel setzen, das es zu erreichen gilt.“

So wird der Roman zu mehr als einer Geschichte über die Zukunft. Das Buch ist ein leiser, aber eindringlichen Appell. Inmitten von Klimakrise, Entwaldung und Konflikten ruft Al-Jak dazu auf, sich eine andere Zukunft vorzustellen – und den Mut zu finden, sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Hipa Salih,Journalistin aus Sudan

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