meinungsstark:
Hochverrat an den Arbeitnehmern
„Sozialversicherungen: It’s the Solidarität, stupid“,
taz vom 15. 6. 26
Wow. Wenn ein anerkannter Politik- und Sozialwissenschaftler wie Butterwegge den Sozialdemokraten öffentlich in der taz derart deutlich die Leviten liest und ihnen die rote Karte zeigt, weiß man, dass bei der SPD gerade etwas gründlich schiefgelaufen ist. Und tatsächlich kann niemand erklären, was durch den tiefen Kotau vor der Privatversicherungswirtschaft (Riester II oder Betriebsrente) und die Abschaffung des Achtstundentags für die Arbeitnehmer denn irgendwie besser werden soll?
Es ist ein erneuter Hochverrat an den Arbeitnehmern, wie damals Hartz IV, das die Linke erst groß gemacht hat. Diesmal könnte die SPD sogar an der Fünfprozenthürde scheitern. Warum tun sie das? In Österreich hat man es umgekehrt gemacht und die gesetzliche Rente sogar ausgebaut, außerdem die Wohnungsbaugenossenschaften weiter traditionell unterstützt, statt das Tafelsilber zu verschleudern, und man lebt dort heute wirklich in einer anderen Welt.
„hedele“ auf taz.de
Große Hilfe bei der Recherche
„Künstliche Intelligenz im Journalismus: KI-Checker sind auch nicht die Lösung“,
taz vom 15. 6. 26
Dieser Kommentar zeigt das Dilemma: „Hinter der Verlockung, im Journalismus KI zu verwenden, stecken strukturelle Probleme, die strukturelle Lösungen erfordern.“ Nach etlichen Jahrzehnten Berufsarbeit in Informatikabteilungen diverser Firmen hatte ich zunächst ein eher reserviertes Verhältnis gegenüber der „künstlichen“ Intelligenz. Mittlerweile jedoch muss ich eingestehen, dass vor allem die Recherche- und Zusammenfassungsfunktionen der „LLM“ (Große Sprachmodelle) recht gut sind. Und: Anlässlich der Einrichtung eines neuen WIN11-Desktops und eines weit über 10 Jahre alten Notebooks mit Linux Mint Cinnamon musste ich feststellen, dass ich ohne die Auskünfte von Perplexity und der Google-KI heute immer noch keine funktionierenden Systeme hätte. Für den Journalismus sind LLM nicht schädlich, sondern eine große Hilfe bei der Recherche, wenn sie kompetent eingesetzt werden und die dort referenzierten Quellen überprüft werden.
JP Grano
Keine gemeinsamen Themen
„Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Die Sturheit der CDU gefährdet die Demokratie“
taz vom 14. 6. 26
Was soll eine (enge) Zusammenarbeit von CDU und Linke bringen? Die haben fast nichts gemeinsam und bei fast allen Themen unterschiedliche Positionen. Sich zusammenzuschließen, nur um die AfD zu verhindern, wird zu noch mehr Frust bei allen Beteiligten führen: Wählern, Anhängern der Parteien usw. Mag sein, dass die Parteien im Herbst zusammenarbeiten werden müssen. Aber damit wird man die Situation mittel- und langfristig nur noch schlimmer machen und die AfD wird weiter wachsen. Ohne selbst etwas tun zu müssen.
gyakusou auf taz.de
Linke in die Verantwortung
Seit 80 Jahren unbelehrbar. Mit der Einsetzung der schlimmsten Nazis in gehobene Positionen nach dem Krieg und gleichzeitiger „Verteufelung“ linker Personen (u. a. Berufsverbote in einfachsten Stellungen) begann es und war dann nie anders. So schaufelt sich die Demokratie ihr Grab. Mein Lebensende nähert sich, junge Menschen zieht die Bremse! Mir gefällt z. B. auch nicht alles, was die Linke von sich gibt. Aber mit mehr sozialem Denken und Handeln der Regierung (und weniger Kotau vor dem Geldadel) wäre die Linke gut in die Verantwortung zu integrieren.
snowgoose auf taz.de
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen