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„Die Kontrolle bleibt maßgeblich bei Musk (der zugleich noch reicher wird)“

Beate Willms

SpaceX, das bedeutet Raumfahrt, Satelliten, KI, also irgendwie Zukunft. Dazu die Größe – das Unternehmen strebt eine Kapitalisierung von 1,75 Billionen US-Dollar an – und das Versprechen, auch Kleinanleger teilhaben zu lassen: Der Börsengang von Elon Musks derzeit beliebtestem Projekt fasziniert bis in progressive Kreise.

Beate Willms ist gemeinsam mit Susanne Schwarz Ressortleiterin Wirtschaft und Umwelt.

Dabei ist alles daran falsch. Erstens der Anschein von Demokratisierung: Wegen zwei Klassen bei den Aktien bleibt die Kontrolle maßgeblich bei Musk (der zugleich noch reicher wird). Zweitens vollendet die Notierung ein Akkumulationsmodell, das auf öffentlichem Wissen, staatlicher Infrastruktur und unbezahlter Datenarbeit von Milliarden Menschen beruht. KI und Raumfahrt sind keine Garagenerfindungen, der Weltraum ist gemeinsamer Nutzungsraum, GPS steuerfinanziert, neuronale Netze entstanden an staatlichen Universitäten. Vieles ist kritische Infrastruktur, Starlink wichtiger Teil globaler Kommunikation, KI im Einsatz in Ämtern und Schulen. Dieses kollektiv finanzierte Fundament wird in Börsenwert verwandelt und an Aktionäre verteilt. Die Frage ist nicht, ob man die Aktie kaufen sollte, sondern warum Satellitennetze und KI-Systeme Privateigentum sein dürfen.