: In der Haarwurzel die Uhr messen
Mit einem neuartigen Test kann der Biorhythmus eines Menschen anhand einer Haarprobe festgestellt werden. Die von einem Forschungsteam der Charité entwickelte Methode soll unter anderem Krebstherapien besser an die innere Uhr eines Patienten anpassen.
Der Biorhythmus beeinflusst neben dem Schlaf auch den Stoffwechsel und die Wirkung von Medikamenten. Studien zufolge könne die Tageszeit, zu der etwa bestimmte Krebsimmuntherapien verabreicht werden, deren Wirksamkeit entscheidend beeinflussen, erklärte Achim Kramer, Chronobiologe an der Charité. „Das liegt vermutlich daran, dass – wie die meisten Organe unseres Körpers – auch das Immunsystem einem etwa 24-stündigen Rhythmus folgt. Und der ist individuell unterschiedlich.“
Der neue, einfache Test ermittelt den inneren Takt anhand der Zellen von wenigen Haarwurzeln. In diesen Zellen bestimmen die Forschenden die Aktivität von 17 Genen, die zur molekularen Uhr gehören oder durch sie gesteuert werden. Die Studie bestätigte auch, dass der Biorhythmus vom Alter abhängt. Mitte 20-Jährige werden im Mittel rund eine Stunde später müde als über 50-Jährige. Zudem läutete die innere Uhr bei den getesteten Frauen die Nacht im Schnitt etwas früher ein als bei Männern. (afp)
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