: Elefantöser Spagat
Bischöfe suchen neuen Chefmützenträger
Da möchte man doch fast mit suchen: „Bischöfe suchen Dickhäuter mit Spagat-Künsten“, meldete die Castingagentur dpa am Montag aus dem schwerkatholischen Metapherndschungel. Am Dienstag wird die Deutsche Bischofskonferenz auf ihrer diesjährigen Frühjahrsvollversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen, nachdem Georg Bätzing aus Limburg genug von seinem Job hatte. Sechs Jahre war „Bätze“ Chef im Ring der Bischofsmützenträger. Jetzt muss ein neuer Mann ran, eine Frau darf es nicht sein, „weil Jesus ein Mann war“, wie dpa erklärt. Und auch sonst reißt sich offenbar keiner der Kandidaten um den Schleudersitz, auf dem einerseits der Mann in den Schuhen des Fischers, andererseits das aufmüpfige Kirchen- und Weibsvolk befriedigt und befriedet werden soll. Ein „Spagat in der Schlangengrube“, wie dpa gar nicht mehr herauskommt aus der Metaphernschatzkiste. Aber der Mummenschanz des Katholizismus verführt ja auch dazu, verknöcherte und fossilierte Sprachbilder zu verwenden. Anders lässt sich die muffige Welt des römischen Zinnobers kaum mehr beschreiben. Ob der gesuchte Dickhäuter allerdings vor der Wahl einen Längsspagat oder Querspagat im Bischofskollegium vorführen muss, berichtet dpa nicht. Himmel, komm ihm zur Hilfe!
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen