brief des tages:
Fahrscheinkontrolle!
„Berliner U-Bahn-Fernsehen: Die Welt fliegt aus dem Fenster“, taz vom 27. 9. 25
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zwingen Sozialticket-Inhaber bei Fahrscheinkontrollen mitten im Gedränge ihre finanzielle Bedürftigkeit offenzulegen und sich damit demütigender Stigmatisierung auszusetzen. Aus dem Leistungsbescheid werden auch sensible persönliche Daten wie Anspruchsdauer, Wohnkostenanteile und Sonderbedarfe ersichtlich – Informationen, die klar unter das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung fallen. Die BVG zeigt sich völlig beratungsresistent und handelt offenbar mit voller Absicht gegen die Interessen und Rechte der Betroffenen. Trotz eindeutiger Warnungen durch die Aantidiskriminierungsstelle hält die BVG beharrlich an der Praxis fest, den vollständigen Leistungsbescheid einzufordern. Dieses bewusste Festhalten an einer entwürdigenden Kontrolle ist ein Vorsatz, der die betroffenen Menschen mit kalkulierter Ignoranz behandelt.
Leider weigert sich die Senatsverwaltung weiterhin, den Berlin-Pass wieder einzuführen, der früher als Berechtigungsnachweis für die BVG diente und darüber hinaus auch Zugang zu Bildung und Kultur gewährte.
Herbert L., Berlin
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