: Wenn es laut wird und alles „Schande“ ruft
Ein Sonntag im oberfränkischen Dorf Tröstau. Bei der hier alle zwei Jahre stattfindenden Kunst-Kirchweih Anfang August zeigen mehr als 40 lokale und überregionale Künstler*innen Installationen, Skulpturen, Malerei und Fotografie in Ateliers, Scheunen und Garagen. Es ist mein erster Besuch der seit 10 Jahren bestehenden Biennale, die von einem lokalen Verein liebevoll ausgerichtet und organisiert wird. Neugierig folge ich den eingekreisten K-Symbolen auf dem Asphalt, die die Besucher*innen zu den einzelnen Ausstellungsräumen führen.
Es hat angefangen zu regnen, als ich laute Rufe vernehme, die immer näher kommen. „Schande, Schande“, rufen etwa 30 Wandergesellen*innen in klassischer schwarzer Kluft, sie sind Teil der Handwerkervereinigung „Gesellen der Freien Vogtländer“. Mit ihren Werkzeugen machen sie ordentlich Lärm, die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich, es fließt ordentlich Bier.Die jungen Frauen und Männer tragen einen weißen Stein durch den Ort. Der ist ihnen missraten, so ein Verhauener wird traditionellerweise Bernhard getauft. Von einer Brücke werfen sie ihn in die Rösla. „Schande!“ Matthias Ley
Tröstau,
2.084 Einwohner*innen, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Fichtelgebirge. Es gibt 15 Gemeindeteile von der Berghütte über Einöden zu Weilern und Dörfern.
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