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Der Trenn-Bär kommt!

Müllige Initiative wählt ganz falsches Totemtier

Trenn-Bär-in-Aktion-Foto: reuters

Endlich wieder eine Bärenmeldung!“, knurrte es gestern ganz kurz vor Redaktionsschluss durch die weiten Hallen der Wahrheit-Redaktion. Doch erreichte uns der Bären wilder Ruf diesmal nicht aus der russischen Taiga oder von kanadischen Gestaden, sondern aus der nicht weniger wilden Welt der Vorschulpädagogik. Ein „neues Lernangebot für Kindergärten“ wurde im Ticker vorgestellt, bei dem ausgerechnet Schulmeister Petz zum Frontalunterricht bitten soll: „Der Trenn-Bär vermittelt die richtige Mülltrennung“, behauptet die federführende Initiative „Mülltrennung wirkt“. Von wegen. Doch nicht nur mit der Wirk-Behauptung bindet die Entsorgungs- und Recyclingbranche den Kleinen einen Bären auf. In Wahrheit sind die Allesfresser genau wie Kinder weder Freunde von Trennkost noch auf Abfalltrennung erpicht. In den Nationalparks der USA sind Heerscharen von Rangern damit beschäftigt, hinter mülltonnenfleddernden Problembären aufzuräumen. Womöglich ist das bärige Krafttier an anderer Stelle einsetzbar: Wenn der Trenn-Bär traurig brummend auf der Kindbettkante sitzt, ist die Beziehung der Eltern endgültig über den Yukon.

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