piwik no script img

das wetter

In der Mafia

Vinnie, genannt „der Schlächter“, war der älteste Vollstrecker der Trentino-Familie. Sein Arbeitsgebiet reichte von Betonschuhen bis zu Knochenmus. Er hatte bereits Hunderte Daumen gehäckselt. Es war immer dasselbe: Wette platziert, Wette verloren, Wetteinsatz schuldig geblieben. Dann kam Vinnie. Einmal. Zweimal. Beim dritten Mal musste der Daumen des säumigen Glücksspielers dran glauben. „Mein handlicher Häcksler – leistungsstark, sauber und günstig“, lobte er danach immer wieder sein Lieblingswerkzeug. „Vincenzo“, sagte eines Tages sein Boss, Don Franco, „du musst ins Fernsehen, ins Shopping-TV.“ Vinnie baute sich grinsend vor einer imaginären Kamera auf, schaltete seinen Häcksler ein und stolperte plötzlich über den Teppich für die nächste Leiche, sodass er in die Schredderklingen geriet. Von da an hieß „Vinnie der Schlächter“ nur noch „Vinnie das Ohr“.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen