das wetter:
Das sechste K
Noch vor dem dicken Sikh selbst bog die Riesenplauze des Turbanträgers um die Ecke. Sriram Singh war von wahrlich voluminöser Gestalt, breit und rund wie ein frittiertes Gebäck. Als gläubiger Sikh trug er die fünf Kakars am Körper: Kesh, das ungeschnittene Haar; Kara, den stählernen Armreif; Kanga, den hölzernen Kamm; Kachera, die Baumwollunterwäsche; und Kirpan, den kleinen Krummsäbel. Sriram Singh war auf dem Weg zum Tempel, um den Altvorderen seine bahnbrechende Erkenntnis vorzustellen. Sie würde das Leben aller Sikhs unendlich bereichern: das sechste K – Kambara, die Taille. Bei ihm war sie zwar nicht gerade ausgeprägt, aber er war bereit, daran zu arbeiten und sie durch weniger Backwaren und mehr Bewegung heraus zu modellieren. Er würde berühmt werden als der Guru der Sechs, strahlte Sriram Singh stolz übers ganze Gesicht, feuerrot wie sein Turban.
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