Pál Dárdai bleibt Trainer von Hertha BSC

Auf einer digitalen Mitgliederversammlung wurde die Personalie bekannt gegeben. Abwahlantrag gegen Präsident Werner Gegenbauer scheiterte. Manager Fredi Bobic wird am Dienstag vorgestellt

Mit Retter Pál Dárdai und einem Strukturwandel will sich Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga auf den Weg nach oben machen. „Wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, werden wir in eine gute Zukunft starten. Die Zeit der Krise macht mir Mut für die Zukunft“, sagte der neue Hertha-Chef Carsten Schmidt auf der digitalen Mitgliederversammlung am Sonntag in der Messe Berlin.

Der frühere Sky-Manager Schmidt verkündete anschließend die weitere Zusammenarbeit mit dem 45 Jahre alten Cheftrainer. „Pál Dárdai war unsere Wunschlösung. Wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen“, sagte Schmidt.

Dárdai, der im Januar Vorgänger Bruno Labbadia abgelöst und die Mannschaft zum Klassenerhalt geführt hatte, richtete sich per Videobotschaft an die bis zu 2.740 zugeschalteten Mitglieder: „Hallo Fans, ich wollte danke sagen. So wie es aussieht, gehen wir zusammen in die neue Saison. Arbeit und Fleiß werden da sein.“ Auch Dárdais Co-Trainer Admir Hamzagic und Andreas Neuendorf werden in der nächsten Spielzeit den Ungarn unterstützten. „Wir haben mit Pál Dárdai im Januar eine Vereinbarung über eineinhalb Jahre getroffen und die gilt“, stellte Schmidt klar.

Die Fortsetzung des Chef-Jobs für Dárdai kommt durchaus überraschend. Zumal er jüngst im ZDF-„Sportstudio“ erneut deutlich auf Distanz zur Philosophie von Geldgeber Lars Windhorst gegangen war. „Ich habe hier gespielt, da habe ich nie gehört Big City. Wir sind ein deutscher Verein, in der Hauptstadt, in Berlin, für Berlin, das ist gut“, sagte Dárdai über die vom Investor geprägte Begrifflichkeit Big City Club.

Ob auch Arne Friedrich weiterhin als Sportdirektor fungieren wird, ist hingegen noch nicht abschließend geklärt. „Wir sind in guten Gesprächen und hoffen, dass wir bald zu einem guten Ergebnis kommen. Wir brauchen aber noch ein wenig Zeit dafür“, sagte Schmidt. Der seit dem 1. Dezember 2020 eingesetzte Geschäftsführer, der dem Verein auch zu einem besseren öffentlichen Auftritt verhelfen will, kündigte nun eine „ehrliche Analyse“ mit dem neuen Manager Fredi Bobic an. Dies werde auch zu „Veränderungen in der Mannschaft“ führen. Bobic wird am Dienstag als neuer Geschäftsführer Sport vorgestellt. Der 49-Jährige kommt vom Liga-Rivalen Eintracht Frankfurt zur Hertha.

Bei der Mitgliederversammlung war auch ein Abwahlantrag gegen Hertha-Präsident Werner Gegenbauer gestellt worden. Doch seit 2008 amtierende Unternehmer wurde mit 982 zu 622 Stimmen in seinem Amt bestätigt. (dpa)