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Queer Lecture in der taz Kantine

Auch in der taz hatte das Thema „Sexuelle Gewalt gegen Kinder“, vor allem in den frühen achtziger Jahren, einen meist nur untergeordneten Rang, sofern thematisch der Missbrauch von besonders schützenswerten Menschen überhaupt wahrgenommen wurde. Die Initiative Queer Nations veranstaltet in Kooperation mit dieser Zeitung am Mittwochabend eine Lecture genau zu dieser Frage: „Pädophilie: Verbrechen ohne Opfer?“

Referent ist Jan-Henrik Friedrichs von der Universität Hildesheim, sein Vortrag wird moderiert von Juliane Jacobi, bis 2010 Professorin für Historische Sozialisationsforschung an der Uni Potsdam. Friedrichs’ These: „Seit Beginn der siebziger Jahre wurde in Teilen der Sexualwissenschaft, der Schwulenbewegung und des alternativen Milieus über eine mögliche Entkriminalisierung ‚gewaltfreier und einvernehmlicher‘ sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern diskutiert. Konservative waren und sind sich einig, dass eine übertriebene sexuelle Liberalisierung hierfür verantwortlich war.“

Jenseits solch moralisierender Zuschreibungen will der Vortrag jedoch Antworten darauf geben, was die – heute kaum mehr nachvollziehbare – Debatte um Pädophilie ermöglichte: War es gar der Zeitgeist der sogenannten Achtundsechziger?

Mit dieser Queer Lecture wird die Frühjahrssaison der Vorträge zu sexuellen und geschlechterdemokratischen Fragen eröffnet. Beginn ist um 19.30 Uhr – im Konferenzraum des neuen taz Hauses an der Berliner Friedrichstraße 21, 1. Stock.

Jan Feddersen