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In der taz geht’s um die Wurst

Was haben Spaghetti Bolognese, Currywurst und das panierte Schnitzel gemeinsam? Die drei Gerichte sind das heilige Trio der deutschen Kantine. Auch die taz ist da keine Ausnahme. Steht Wurst auf der Karte, verabschieden sich die Kolleg:innen gefühlt eine Viertelstunde früher in die Mittagspause, um noch an die Fleischtöpfe zu kommen. Jede:r hat schon mal die leidvolle Erfahrung gemacht, um halb eins in der taz Kantine trocken beschieden zu werden: „Wurst ist aus.“ Diese Mangelwirtschaft bewahrt einen guten Teil der Belegschaft vor dem Wurstkoma, wie das Suppenkoma richtigerweise heißen muss, und sichert eine weitere lebendige Berichterstattung.

Aber es gibt nicht irgendeine Wurst. Essen ist schließlich politisch, gerade in der taz. Jüngst sorgte eine vegetarische Currywurst für Begeisterung, und das nicht nur in der Fraktion, die lautstark und mittlerweile erfolgreich für mehr fleischloses Angebot in der taz Kantine wirbt.

Weil taz-Koch Jörn Heckert aber gleichzeitig darauf achtet, saisonale und regionale Zutaten zu verwenden, gibt es diese Woche Wildbratwurst. Sie besteht aus Wildschwein, Reh und Hirsch, produziert wird sie im Süden von Berlin, in der Nähe von Luckenwalde, das auch als Geburtsort von Rudi Dutschke bekannt ist, was allerdings nur im taz-Kontext von Belang ist. Von größerer Bedeutung: Wild auf dem Teller ist politisch. Das Fleisch stammt nicht aus Massentierhaltung, im Gegenteil, die Tiere sind artgerecht aufgewachsen und haben sich bio ernährt.

In dieser Woche kam der Wildmetzger mit dem Nachschub für die taz gar nicht mehr hinterher. Jörn Kabisch