der tazkulturrat empfiehlt

Antonia Herrscher
taz Plan

Cinema of Attraction

Der performative Märchenfilm „Die Angreifbaren“ erzählt vom „Cinema of Attraction“ von heute. Mary Blick und Zeno Conradi schlagen sich als moderne Gaukler multimedial und interdisziplinär durch. Das Lichtblick-Kino zeigt den Film über Menschen mit speziellen Fähigkeiten in Anwesenheit der Filmemacher*innen.

16. 10., Lichtblick Kino, Kastanienallee 77, 20.15 Uhr

Thomas Mauch
Berlin-Kultur

Hitchcock im Privatclub

Gerade hat Robyn Hitchcock zusammen mit Andy Partridge eine EP vorgelegt: „Planet England“ mit vier schön aus dem Ärmel geschüttelten Pophymnen, wie sie eben Könner schütteln können. Wobei Partridge mit XTC mal wenigstens richtigen Erfolg hatte, während Hitchcock halt immer irgendwie im Halbschatten blieb.

10. 10., Privatclub, Skalitzer Str. 85/86, 20 Uhr

Katrin Bettina Müller Kultur

Am Sockel wackeln

Don Giovanni ist tot, an seinem Grab wird ausgelassen gefeiert. Was? Nun ja, die Neuköllner Oper hat eben ihren eigenen Blick auf einen frauenverschleißenden Weiberheld. Es spielt das Ste­greif-rchester, ohne Dirigenten! Man kratzt eben am Sockel der Mächtigen, wo man nur kann. Das kann ja heiter werden.

Premiere 10. 10., Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straß 131, 22.30 Uhr

Ole Schulz
taz Plan

Was bleibt von 89?

Der Thementag „Blühende Landschaften“ im Berliner Ensemble sucht in vier Podiumsdiskussionen nach den Spuren eines untergegangen Landes, und dem, was danach kam. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen, die Generationen prägten sowie die Entwicklungen in 30 Jahren Nachwendezeit. U. a. mit Ulrike Poppe, Anne Wizorek und Heinz Bude.

13. 10., Berliner Ensemble, Neues Haus, Bertolt-Brecht-Platz 1, ab 12 Uhr

Tim Caspar Boehme Film

Timbuktu (2014)

Islamisten, die Holzstatuen erschießen. Kinder, die Fußball spielen, aber ohne Ball, da der verboten ist. Abderrahmane Sissakos „Timbuktu“ (2014) über Terror und Widerstand in der dschihadistisch unterjochten Stadt in Mali ist eine poetische Anklage gegen den eher noch einmal aktueller gewordenen Irrsinn im Namen der „wahren“ Religion.

10. 10., Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 19.30 Uhr