wie machst du das?

Die Quitten-ernterin

Josefa Schwab ist meine Schwester. Sie hat einen Quittenbaum. Nun hat sie die Quitten geerntet. Und was macht sie damit?

taz am wochenende: Josefa, du hast einen Korb voll Quitten daheim stehen und willst die jetzt verwerten. Wie machst du das?

Josefa Schwab: Du bist gut. Du weißt genau, dass es das erste Mal ist, dass Quitten dran sind, und ich stehe jetzt damit da. Zuerst habe ich Tante Liesel angerufen, aber die hat nicht abgenommen.

Was willst du sie fragen?

Na, was ich aus den Quitten machen soll. Ich habe ihr vor Jahren mal ein Kochbuch geschenkt, da ging es nur um Quitten. Eigentlich will ich sie fragen, ob sie es mir zurückschickt …

Gibt es überhaupt mehr Möglichkeiten als Saft und Gelee?

Deshalb will ich ja das Kochbuch zurück.

Warte, mir fällt noch Quittenbrot ein.

Kannst du dich noch an die Pakete von Onkel Philipp mit Quittenbrot erinnern? Wir haben es gehasst. Lieber richtige Gummibärchen. Heute natürlich finde ich es toll, wenn mir jemand das schenkt. Aber nur ein zwei, drei Stück – nicht ganze Wagenladungen voll.

Eine Kollegin erzählte, dass sie als Kind jedes Jahr wieder auf den Quittenbaum geklettert ist und hoffte, dass es nun doch Pfirsiche seien. Wenn sie reinbiss – die Enttäuschung. Hast du mal in eine Quitte gebissen?

Klar, wer hat das nicht? Vielleicht hast du sie mir sogar hingeschoben und gesagt, das sei ein Apfel.

Nicht jetzt die Boshaftigkeit der großen Schwester herausstellen. Was ist denn nun dein Plan mit den Quitten?

Eben bin ich zum Supermarkt gegangen und habe mir Gelierzucker gekauft. Ich probiere es einfach mal mit Gelee.

Dafür musst du sie zuerst entsaften?

Im Internet steht, man soll sie kochen, dann den Saft abseihen. Da steht sogar, dass Quitten so viel Pektin haben, dass man noch nicht einmal Zucker braucht fürs Eindicken. Aber Quittengelee ohne Zucker, das ist dann schlimmer als Quittenbrot von Onkel Philipp.

Warum hast du überhaupt einen Quittenbaum im Schrebergarten eingepflanzt?

Ach, aus Nostalgie. Irgendwie dachte ich, das gehört dazu. Mutter hatte auch einen.

Sie war immer so stolz auf ihre Marmelade, in der sie das Fruchtfleisch drinließ und die deshalb ganz körnig war, als esse man groben Sand?

Das muss vor meiner Zeit gewesen sein. Ich erinnere mich nur an Gelee. Der hat mir geschmeckt. Wahrscheinlich wollte sie früher alles verwerten. Da halst man sich dann wohl nur Frust auf.

Waltraud Schwab