brief des tages

Wilderer resozialisieren

„Ein Jäger in der Falle“, taz vom 18. 9. 19

Ein Jäger ging zwar in die Falle – bei Geldstrafe ist er aber wieder auf freiem Fuß, im Gegensatz zu seinen Opfern. Bei den beschriebenen archaischen Riten, mit denen Tiere nicht nur der Freiheit in ihrer Natur „entnommen“, sondern auch geschändet werden, kommt Ekel auf. Naturschutzkriminalität ist absolut nicht mehr zu tolerieren oder schönzureden.

Ebenso wie es möglich ist, bei illegalen Autorennen das Vehikel als Waffe anzusehen, sollte es auch möglich sein, die Strafbewehrung für Wilderei deutlich zu verbessern. Eine gewisse Signalwirkung dürfte sicher sein. Die Forderung nach aktiver Teilnahme der Delinquenten am Naturschutz im Rahmen einer Resozialisierung wäre angebracht, Sozialstunden in einem entsprechenden Tierschutzprojekt könnten zur Einsichtsfähigkeit beitragen. Bei den Sanktionen wäre aus meiner Sicht – weil es Missetäter in der Regel persönlich und hart trifft – auch ein Führerscheinentzug auf Zeit zu diskutieren. Ein besonderes Lob ist den bayerischen ErmittlerInnen zu zollen, da durch deren Ermittlungsmaßnahmen die entsprechenden Indizien gerichtsfest dokumentiert werden konnten. Martin Rees, Dortmund