taz🐾thema

satt + selig

die verlagsseite der taz

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Im Buch „kochen.“ von Stevan Paul gilt für Leser nicht ausschließlich das geschriebene Wort

Der gelernte Koch und freie Autor Stevan Paul hat sich einiges vorgenommen: „Das neue Standard-Werk der Küche“ soll sein gerade erschienenes Buch „kochen.“ werden. Er will definitiv mehr liefern als eine bloße Sammlung von interessanten Rezepten. Von denen sollen die Leser sich sogar möglichst bald emanzipieren. Sie werden animiert, sich bloß nicht darauf zu beschränken, sklavisch nachzukochen, was sich an Rezepten in seinem Buch findet: „Es ist eine „Anleitung zum Kochen, zum Weiterkochen und Selberkochen.“ Streng nach Rezept darf man anfangen, wird aber animiert, sich „nach Lust und Laune“ weiterzuentwickeln. „Hier lernen Sie, auch intuitiv und frei zu kochen, selbst neue Rezeptideen zu entwickeln“, verspricht Paul.

In seinem Buch finden sich folgerichtig nicht nur 500 Rezepte, sondern auch zahlreiche einführende Texte zu Grundlagen und Prinzipien des Kochens, zu Geschmack, Aromen und Küchentechniken: vom richtigen Schneiden, von guten und wichtigen Messern, was bei der Raumtemperatur beachtet werden sollte und vielem mehr in 14 gesonderten Wissenskapiteln. Eigene Kapitel im Kapitel sind die Basisrezepte, in zahlreichen Variationen miteinander kombinierbar. Die Rezepte sind so gestaltet, dass die Gesamtkomposition sich sofort überblicken lässt. Teile davon lassen sich aber auch als eigene Module wahlweise einzeln kochen.

Thematisch verbindet „kochen.“ die Opulenz der klassischen französischen Küche mit skandinavischem Minimalismus. Diesen Bogen schlägt das Buch auch optisch elegant, mit schönen, seitengroßen Fotos und Illustrationen. (lk)

Stevan Paul: kochen. echt gut kochen – einfach kombinieren – unbegrenzte Möglichkeiten. Brandstätter Verlag, 2019. 408 Seiten, Format 20 x 27 cm, 250 Abbildungen, Leinenband mit Lesebändchen. Preis: 40,00 €.